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sein als die Vorstufe des unmündigen Menschen, von der erzur sittlichen und geistigen Mündigkeit hinaufsteigt.
5. Die Nichtanerkennung irgend welcher Autorität in der Wissenschast, d. h. die rücksichtslose Freiheit der Forschung nachder Wahrheit ist die Sittlichkeit der Wissenschaft. DieFrage nach dein Nutzen oder Schaden des Wahren („stiftetes nicht Schaden, wenn das oder das bekannt und für wahrgehalten wird?") kommt in der Wissenschaft gar nicht auf,hat für den Forscher gar keinen Sinn. Wollte er auf siecingehen und sie, oder irgend eine andere Rücksicht im Augebehalteu, so wäre seine Unbefangenheit, diese notwendigeBedingung der Forschung, angegriffen, seine Position einefalsche.
Daraus folgt, daß Systeme, welche auf Autorität fußenund solche fordern, mit der Wissenschaft nicht das Geringstezu schaffen haben, und sie mit ihnen nicht. Eine unüber-brückbare Kluft trennt sie voneinander. Der Standpunkt des„Gläubigen" ist nicht der der Wissenschaft, und der wissen-schaftliche Forscher kann nicht auf dem Standpunkte desGlaubens stehen.
6. Die Autorität oder der Glaube an Autoritäten ist die eigent-liche Ursache der langsamen Fortentwickelung der menschlichenDinge, sogar des Stillstandes und des Rückganges. Autoritätuud freies Forschen und Denken sind unverträgliche Dinge.Wer zu jeuer aufschaut und sich ihren Sprüchen und Orakelnunterwirft, hat auf freies Denken, d. h. auf Denken über-haupt (denn ein unfreies wäre kein Denken) verzichtet.Vom Denken aber hängt aller Fortschritt, das Erkennen desSchlechten und Unwahren und das Erkennen des Wahrenund Guten ab. Dieses aber muß dem Wollen, dem förder-samen Wollen vorhergehen. Wer das Wahre und Gute nichterkennt, kann es auch nicht erstreben. Der Fortschritt in derErkenntnis des Wahren und Richtigen und die Möglichkeit,dasselbe zu wollen und zu erstreben, hängt daher von derfreien, uneigennützigen und rücksichtslosen Forschung, folglichvon der Vernichtung der Herrschaft der Autorität, der Be-