Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
Seite
17
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es nicht bestimmt, sollte es nicht vor allen andern fähig sein, ganzbesondere göttliche Absichten auszuführen? Laßt den Soldaten,der seinem Führer blinden Gehorsam leistet, nun auch von derKlugheit seines Führers überzeugt werden, und sagt, was dieserFührer mit ihm auszuführen sich nicht unterstehen darf!"

Mit allen vernünftigen, das Kind und den Zweck der Er-ziehung (die Anbildung der Thatkraft und Energie auf sittlicherGrundlage) kennenden und austrebenden Pädagogen preist Lessinghier die Bedeutsamkeit und den Wert des strengen Gehorsams,des unbedingten und instinktiven in der ersten Lebensperiode, inwelcher das Kind nach sinnlichen Antrieben handelt und nach den:Willen der Natur nicht anders handeln soll; aber preiset erdarum den blinden Gehorsam an und für sich? Wünscht er nicht,daß der zum unbedingten Gehorsam, wie es nicht anders seinkann, verpflichtete Soldat sich von der Klugheit seines Führersüberzeuge, damit er desto tapferer, mit Zustimmung seines Kopfes,nicht als blinde Maschine kämpfe und streite? Und wodurchanders kann er dieseÜberzeugung" gewinnen, als durch dieEinsicht in das verständige, die Mittel dem Zwecke anpassendeThun des Führers? Wie die frühe Mitteilung von Wahrheitendie Vernunft leiten, später die Vernunft diese Mitteilung erklärensoll, so soll nach Lessing der Wille des Kindes durch dieAutorität des Vaters geleitet, diesck Autorität aber später durchdie Einsicht in diese vernünftige Führung in ihrer Vernünftig-keit erkannt werden. Darin liegt die Forderung, daß nichts ge-schehe, was der Vernunft widerspricht.

Alan frage sich, ob in dieser Vorschrift Verstand und Weis-heit liegt!

4)Ein Elementarbuch für Kinder jdarf nicht bloß diesesoder jenes wichtige Stück der Wissenschaft oder Kunst, die esvorträgt, mit Stillschweigen übergehen, von dem der Pädagogurteilte, daß es den Fähigkeiten der Kinder, für die er schrieb,noch nicht angemessen sei. Aber es darf schlechterdings nichtsenthalten, was den Kindern den Weg zn den zurückbehaltenenwichtigen Stücken versperre oder verlege. Vielmehr müssen ihnenalle Zugänge zu denselben sorgfältig offen gelassen werden, und

Diester weg, Slusgem. Schriften. 2. Slufl. IV. 2