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Eine Pädagogik des 19. Jahrhunderts kann und wird nichtmit einer aus dem 12. oder 16. übereinstimmen; eine chinesischeoder eine russische Pädagogik wird von der eines Schweizersoder Nordamerikaners differieren; ein Katholik wird anderes ver-langen, als ein Protestant. Und innerhalb derselben Konfessionwird der starre Lutheraner andere Forderungen stellen als derauf Selbständigkeit mehr Wert legende Anhänger Calvins u. s. w.,u. s. w.; ja, die Verschiedenheit der Weltanschauung und derStellung zu ihr wird bei Männern von im ganzen gleicher Bil-dung wesentliche Differenzen erzeugen. Eine Pädagogik vonWieland würde die Glückseligkeitslehre, eine von Schillerdie Richtung nach dem Idealen, eine von Goethe das Strebennach Universalismus nicht vergessen. In den Gedanken überPädagogik spiegelt sich der Mensch. So auch L es sing, undebenso, um praktischer Erzieher und Lehrer zu gedenken, Durschund Kellner, Palmer und Zeller, Gräfe und Curt-man, Bormann und Stiehl, bis hin zu Körner,Fölsing und Kalcher. Mau lernt große und kleine, selb-ständige und unabhängige, frei und sklavisch denkende, man lerntPersonen kennen, die sich ihrer Unabhängigkeit, andere, die sichihrer Gebundenheit freuen und rühmen; mau lernt Konsequenzund zugleich mich Wandlungen kennen, die man gar nicht er-wartet hätte; man fühlt sich angezogeu und abgestoßen, je nach-dem, gehoben und gedrückt, je nachdem, für Sittlichkeit, Selb-ständigkeit, Mut und Überzeugringstreue, Freiheit in: Denken undThun und andere hohe Dinge ergriffen und befeuert, oder durchWahrnehmung des Strebens nach Abhängigkeit von Machthabernverschiedener Art abgeschreckt oder auch erbittert; hier erblicktman das Festhalten an den Grundsätzen, welche unser Volk undunfern Staat groß und berühmt gemacht haben, dort einen voll-ständigen Abfall von denselben, den Versuch und den Rat znmStillstand oder zu radikaler Umkehr; dort belebt uns die Hoffnungauf fortschreitende Entwickelung und eine bessere Zukunft, hierbeschleicht uns der lähmende Zweifel an fruchtbarer Einwirkungund der Redlichkeit der Urheber verderblicher Maßregeln, allesje nachdem. Was Wunder, daß bei solchen Verhältnissen die