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ersteil Kritiker seiner und unserer Zeit; vor und nach ihm hatihn keiner darin übertroffen.
Sein Streben war zunächst auf allseitige Allsbildung seinerselbst (die körperliche nicht ausgeschlossen: auf der Universität inLeipzig lernte er zur Überwindung der Ungeleukigkeit fechten,tanzen, reiten und schwimmen) gerichtet; demuächst auf die Ein-wirkung seiner Zeitgenossen, in Kunst und Wissenschaft, zuerstnegativ, dann positiv. Negativ in der Überwindung falscherRichtungen, in der Beseitigung veralteter Vorstellungen in derKunst wie in der Religion, in der Vernichtung pedantischerRegeln, in der Bekämpfung des Aberglaubens und der Roheit,sowie der Gegner feiner Bestrebungen; positiv in der Aufstellungrichtiger Vorstellungen und Methoden, in der Beförderung derAufklärung, der Toleranz und der Humanität.
Im ganzen achtzehnten Jahrhundert kam ihm kaum einer(Kaut) gleich au Umfang des Wissens und der Gelehrsamkeit,keiner an kritischein Scharfsinn und der Verstandeskraft überhaupt,keiner an Unerschrockenheit, Mut und Tapferkeit in Verteidigungseiner Grundsätze; unerschrocken warf er alles über Bord, was erzum mutigen Segeln nicht brauchen zu können meinte; er wolltedie durch Herkommen und Vorurteile aller Art gedrückte und ge-lähmte Nation befreie»; er war der Heros der Aufklärung indem „Jahrhundert der Aufklärung".
Lessing war ein Feind der Systeme, die den Menschen ein-schnüren, ein Feiild der Regeln des Herkommens, dieser „Krückender Schwachen". Er ging der Erfahrung der Natur nach undrespektierte nur die Regeln der Natur. Er folgte dem Grund-sätze, nichts auf Treu und Glauben nnznnehmen, sondern alleszu untersuchen. Er anerkannte keine andern Grenzen der For-schung als die Grenzen der Natur. Sein Beispiel lehrte andere,eigene Wege zu suchen.
Er war überhaupt ein Feind jeder Art von Beschränkung,er strebte daher nach Unabhängigkeit der Lage, in der Über-zeugung, welch' großen Einfluß dieselbe für die freie Bewegungund Entwickelung des Geistes habe.
Er war ein Freund der Natur und jeder Art von Natür-