Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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388
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4. Sie betrachtet das Menschenkind als organisches Wesen,das sich unter der Bedingung der äußeren Anregung nach den derNatur immanenten Gesetzen entwickelt sie ist die organische,die äußerlich anregende, die von innen heraus entwickelnde,die entwickelnd-erziehende Verfahrungsweise.

5. In der Überzeugung, daß die Allmutter Natur oder dieallgütige Vorsehung dem Menschenwesen keine Anlage umsonst ver-liehen habe, strebt sie nach der naturgemäßen Entwickelung allerin der von der Natur angewiesenen Reihen- und Stufenfolgesie ist die universa l-menschliche, die allseitige Methode.

6. Als solche richtet sie ihre Aufmerksamkeit auf die Stär-kung der Körperkraft und der geistigen Anlagen, auf die Ge-müts-, die Erkenntnis- und Willenskraft, sie ist leiblich-geistige Gymnastik und betrachtet in psychologischer Hinsichtdie Energie des Charakters als höchstes Ziel.

7. Da die Natur zeigt, daß in geistiger Beziehung das Ge-müt die Wurzel und den Grnndboden des geistigen Lebens bildet,so ist sie elementar-gemütbildend.

8. Da alle wahre Erkenntnis aus sinnlich-realen Erfahrungenstammt, so verfährt sie anschaulich (Anschauungsmethode)*.

* Dagegen ist, soviel ich weiß, bis jetzt selbst von keinem der Um-kehrer eine ernste Polemik erhoben worden. Und doch wäre daS nur kon-sequent. Aber es fehlt bei ihnen dazu am besten, nämlich an der Sach-kenntnis. Wohnte diese ihnen bei, so würden wir nicht das Unerhörtestederin den letzten Jahren zu vernehme» gewe senen UnerhörtheiteistGemiitsduselei,Gespensterfurcht vor dem Abstrahieren, Anathema über Verstandesbildung,Katechetik und klassisch-deutsche Litteratur, Empfehlung des Katechismus fürden Mund lallender Kinder, Verehrung des Unvernünftigen und Absurdenu. s. w. u. s. w.) vernommen haben: nämlich die Anpreisung des Veran-schaulichungs-Prinzips von seiten der Dogmatiker oder, wie Lessingsagt, derjenigen, die sich der theologisierenden Methode befleißigen. Schafund Wolf zu einem Paare zusammengekuppelt, was kann anders dabeiherauskommen als ein Wechselbalg.Vergieb ihnen" müßte derFreund ihrer obersten Regel, wenn er zugleich ein Kenner der Didaktik undPsychologie wäre, zum Genius der Pädagogik sprechen,sie wissen nicht,was sie thun". Denn daß das Pestalozzische Unterrichtsprinzip (das, einmalentdeckt, von keinem Sultan wieder eskamotiert werden wird) konsequentdurchgeführt das Fundament jener Dogmatiker in der notwendigen, unbe-absichtigten Folge seiner Wirkungen untergrübt und ihren ganzen Bau vondem Erdboden spurlos wegfegt, ist so sicher wie 2 mal 2^4; aber sie