Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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389
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9. Da der Charakter der edlen Menschlichkeit in dem Strebennach der Realisierung der Idee des Wahren, Schönen und Guten,in der Ebenbildlichkeit des Göttlichen besteht und der Inbegriffdieser praktischen Ideen das Ethische oder Sittliche und Religiösegenannt werden kann, so ist sie ethischer oder sittlicher,humanistischer, religiöser Natur.

10. Da man dem Menschen die guten Eigenschaften nichtäußerlich anhängeu, ihm nicht geben kann, weil er sich mit eignerKraft und Anstrengung dieselben anzueignen hat: so regt sieallüberall die Selbstthätigkeit an.

11. Freie Selbstbestimmung ist in formaler Hinsicht ihroberstes Ziel sie ist die protestantische Erziehungsweise.

12. Da die Menschennatur sich in jedem Bleuscheuwesen ineigentümlicher Art gestaltet, so achtet sie die Individualität, be-günstigt deren Entfaltung, die Originalität, sie ist individuell.

13. Da der einzelne Mensch an bestimmtem Orte und zubestimmter Zeit im Dasein erscheint, eine bestimmte Vergangen-heit hinter sich hat, von ihr aus in bestimmter Gegenwart wirkenund von ihr aus die Zukunft fortbilden soll, so hat die wahreErziehungs- und Bildungsweise eine kulturhistorische Auf-gabe. Sie läßt alle bis dahin erarbeiteten Kulturmomente aufden Zögling wirken, stellt ihn dadurch in die Gegenwart undwirkt national-historisch, in Deutschland also deutsch-national in untergeordneter Weise individnell-lokalisierend und die individuellen Verhältnisse berücksichtigend.

14. Die Anwendung der bisherigen Grundsätze speziell aufden Unterricht fordert:

a) für die erste Lebensperiode die Sinnen- und Körperübung;

merken das nicht. Daraus läßt sich freilich wenig lernen, wenn nicht daseine nicht, wie groß die Arroganz dieser Kuppler ist, den» die ist welt-bekannt sondern, wie grenzenlos ihre Ignoranz ist. Ohne dies kostbareBesitztum würden sie nicht anstehen, sich tagtäglich bei dem Andenken anPestalozzi zu bekreuzen und den Urheber des Prinzips in die Hölle zuverdamme». Die Tiefe des Verständnisses der Dogmatiker geht beispiels-weise daraus hervor, daß einer ihrer Machthaber von dem verderblichenund finsteren Geist der Pestalozzischen Schule geredet hat.Verderblich",in ihrem Sinne nämlich, es sei; aberfinster!" Pestalozzi undFinsternis! Wie muß es in dem Kopfe dieses Debütanten aussehen!