Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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Kampfes, wo die Verhältnisse und die Umstände tief einwirken,die Nieren des Menschen prüfen und ihn einer Probe aussetzen,die er leider nur zu häufig auf das schmählichste besteht.

Fragen wir nun nach den Hauptgesetzen, die wir in dieserBildung der Erde entdecken! Das erste dieser allgemeinen Gesetze,die aufgefaßt werden aus der Geschichte der Erdbildung, ist dasGesetz selbst, die Gesetzlichkeit. Jene Geschichte lehrt uns:jede Veränderung, jede Wirkung, auch die Katastrophen, geschehennach festen, unabänderlichen, ewigen Gesetzen. Nicht Willkürherrscht in der Natur, auch braucht der Naturforscher nicht an-zunehmen, daß eine außerweltliche Hand eingreife, gewissermaßeneinem schlechten Uhrmacher gleich, der, wenn er eine Uhr fertighat, sich gleich wieder genötigt sieht, sie zu reparieren, sondernfeststehend und geleitet durch die, wie Hegel sagt, der Naturimmanenten Gesetze. Das zweite Gesetz, welches aus der Ge-schichte der Erdbildung dem Menschen sich aufdrängt, ist die ewigeVeränderung der Dinge; nichts besteht bleibend, nichts dauertso wie es ist, sondern alles ist in ewiger Veränderung, in ewigerRevolution begriffen: alles steht mit allem in Verbindung. Zuden Schlag- und Stichwörtern, welche jetzt gäng und gäbe sind,gehören besonders die Wörter: konservativ und revolu-tionär. Fragen wir, ob die Natur in der einen oder andernWeise verfährt, so müssen wir beides verneinen. Sie ist konser-vativ in der Beziehung, daß jedes Wesen vermöge des Instinktsder Selbsterhaltung sich gegen Veränderungen sträubt, aber auchnicht-konservativ, weil sie kein einzelnes Ding so läßt, wie es ge-schaffen ist, sondern fortwährend an dem Dinge ändert und esin neue Daseinsformen hinüberführt. Es hat auf der Erderuhige Zeiten gegeben von langer Dauer, und diese sind unter-brochen worden von großen Evolutionen und Revolutionen. Jeneruhigen Zeiten muß man sich aber nicht so'denken, als wenn inihnen keine Veränderung vorgegangen wäre, sondern da wurdeder Grund gelegt für neue Evolutionen, und es scheint, als wenn,gerade wie bei dem Menschengeschlecht, die Entwickelungen nichtauf dem ruhig fortschreitenden Wege sortgehen könnten, sondernKampf und Streit notwendig sind zu den fernem Bildungen