325
Harmonie, Entwickelung, Leben, jeder Weltkörper ein Glied desGanzeil in seiner unendlichen Erhabenheit und Pracht. Ichdenke: das nicht bloß zu hören oder zu lesen, sondern einzusehenund zu verstehen, ist wohl der Mühe wert. Es wiegt allen, oftso elendeil Wissenskram ans. Der Schüler kommt, — wissen-schaftlich ausgedrückt — auf den Standpunkt der theoretischenoder theoretischen und der physischen Astronomie.
Zum Schlüsse beginnt die Konstruktion des Ganzen, wenigstensunseres Sonnensystems, aus dein Zentrum heraus.
Von Anfang an bewegte sich der Unterricht von der Peripherieaus, von dem Standpunkte aus, auf welchem der Schüler steht,der einzelne Mensch selbst ist das Zentrum, um welches sichalles gruppiert und worauf alles bezogen wird, die Betrachtungist subjektiver Art; jetzt wird sie objektiv, und der Mensch er-kennt sich und das ganze Menschengeschlecht und den ganzen Erd-ball als ein Glied in dem großen, unendlichen Ganzen desKosmos.
5) Was hat der Lehrer noch im besonderen zubeachten?
Wegen der leider noch immer großeil Seltenheit dieses not-wendigen Unterrichts gebeil wir darüber noch einzelne, wenn auchnicht alles erschöpfende Winke.
a) Er schließt alles, was nicht anschaulich gemacht werdenkann, von dein Unterrichte aus. Gelehrte sollen nicht gebildetwerden.
5) Er geht überall den Weg von der Beobachtung und Er-fahrung aus und von da zum Nachdenken darüber, zu Schlüssenüber. Die Astronomie ist eine induktive Wissenschaft; daher be-wegt sich die Belehrung darüber in der induktiven Methode. Erdoziert nicht, er trägt nicht vor, er leitet; er spricht nicht eineileinzigen Satz aus, den die Schüler selbst finden können; unddiejenigen Sätze, die sie — abgesehen von historischen Notizen —nicht selbst finden können, sind nicht für sie.
o) Er prägt die Ergebnisse in den bestimmtesten, prägnantestenAusdruck. Nirgends ist die Bestimmtheit so am Platz, wie hier,sie darf gar nicht umgangen werden, sie darf nichts zu wünschen