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traurige konfessionelle Verschiedenheit rät zu der Maßregel einesnach meinem Bedrucken so grnndverderblichen Verfahrens. DieDifferenz gewinnt so das Übergewicht über das Gemeinschaftlicheund vernichtet prinzipiell durch feste Einrichtungen, gegen welchedie Worte, die zur Einheit mahnen, sich völlig machtlos erweisen,die Eintracht und Harmonie und erhebt das Unwesentliche überdas Wesentliche auf den Thron. Dieses Wesentliche ist undbleibt der Kern der religiösen Lehre in allen Religionen, die inden Fluß der allgemein-menschlichen Kultur eingetreten sind, d. h.die sittlich-religiöse Weltanschauung und in ihrer Anwendung diepraktische Humanität gegen alles, was Mensch heißt und ist, sichdeshalb über alle nationalen, politischen und übrigen, also auchüber die religiösen oder kirchlichen Unterschiede erhebt. DieseIdee bildet den Kern aller wahren Religionen, auch der christ-lichen, und die erleuchtetsten, höchststehenden, freien Männerunserer Nation, die ihren Stolz auf sie rechtfertigen, haben diesenStandpunkt eingenommen; kein Dogma, kein Vorurteil, keinTugendzwang fesselte sie, sie befolgten den erhabenen Grundsatzpraktisch im Leben, und Tausende der Jetztlebenden bekennen sichzu ihm, mit tiefem Bedauern, durch positive, in der Vorzeit ent-standene und zur Zeit ihrer Entstehung gerechtfertigte, nunmehraber nicht mehr stichhaltige Motive voneinander getrennt zu seinund genötigt zu werden, ihre Kinder, statt in dem Geiste all-umfassender Humanität und Liebe und darum in i t einander,in Trennung und Abgesondertheit zu kirchlichen Differenzeil undParteien erziehen zu lassen.
Die freie Entwickelung zum Menschen ist dadurch gefährdetund wird durch Lehre und Einrichtung nach Möglichkeit un-möglich geinacht. —
In der ganzen Volksschule ist der religionsgeschicht-liche Teil das wesentlichste Stück des Religionsunterrichts.Das Christentum ist ja auch historischen Ursprungs, ruht aufhistorischen Thatsachen. und an die Geschichten läßt sich allesWünschenswerte, was sich unter dem Wort der religiösen Er-kenntnis und Gemüts bild ung zusammenfassen läßt, an-schließen. Das eigentlich Dogmatische gehört nicht in die Volks-schule, es ist den Geistlichen zu überlassen. Solange dies nicht