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3 (1891)
Entstehung
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den in ihn: liegenden Gesetzen gegeben, die er auszufassen undauzuweudeu, nicht zu verändern und zu beherrschen hat. Indieser Beziehung steht, wie oben schon bemerkt, der Beitrag,welchen die Erlernung fremder Sprachen der freien Entwickelungbringt, hinter dem Gewinn für dieselbe durch die möglichst freieHandhabung des mathematischen und geographisch-astronomischenStoffes zurück.

9) Die Religion.

Es ist herkömmlich, frühzeitig ein positives Glaubens-bekenntnis an die Kinder zu bringen. Ein Glaubensbekenntnisist das Produkt einer vorangegangenen langen Entwickelungsreihe.Man trägt es in die Kinder hinein das reife Produkt einerbestimmten Entwickelnngsreife in die Unmündigen.

Dagegen wäre nichts zu sagen, wenn es sich mit der Religionwie mit der Sprache verhielte, bei deren Übergabe dasselbe statt-findet. Aber die Sprache ist Form, die Religion Inhalt, Denk-und Glaubensinhalt, den man nicht von dem einen auf de»andern so übertragen kann wie Sprachformen. Denkinhalt hatnur Wert und Bedeutung für den, der ihn versteht, der ihn, womöglich, erzeugt.

Daß dieses iu obiger Weise nicht geschieht, bedarf weiterkeiner Auseinandersetzung.

Der erste Fehler, der dabei vorkommt, ist der, daß ein reiferGedankeninhalt an Unmündige überliefert wird, die ihn wedererzeugt Habei:, noch ein durch ihre Natur entstandenes Bedürfnisdanach verspüren.

Der zweite Fehler besteht darin, daß diese Glaubens-bekenntnisse Dogmen enthalten, welche die inenschliche Kraft desVerstehens überbieten und folglich von: Menschen, wenigstensnicht von: Kinde, verwandt werden können.

Der dritte darin, daß sie unabänderliche Sätze, sogenanntestarre Dogmen, enthalten.

Der vierte darin, daß sie dei: lebenden Menschen in die Ver-gangenheit versetzen und zur Rückschau uötigen in eine Zeit,welche jenen Glaubensinhalt als das Produkt einer Blüte zeitigte,die aber vergangen ist und von den nachfolgenden Bildungs-prozessei: und Fortschritten überragt wird.

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