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3 (1891)
Entstehung
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keiten; die Geschichte selbst ist die Geschichte der Entwickelungdes Geschlechts.

8) Die Sprache.

a. Die Muttersprache kommt unbewußt an den Menschen,sie ist die Erbschaft von Mutter und Vater. So ausgebildet,wie sie in diesen lebt, wird sie auf das Kind übertragen. Inder frühesten Kindheit gelangt es so an das Ziel, welches seinelebende Muttersprache bis dahin erreicht hat. Lebt nun einschaffender (Sprach-) Geist in ihm, so ist es unmittelbar befähigt,die Entwickelung der Sprache fortzusetzen. Seiner individuellenEntwickelung wird dadurch kein Hemmschuh angelegt. Sindanders die Eltern mit ihrer Umgebung der ausgebildeten Sprachevollkommen mächtig, so kommt das Kind schon lebend in denBesitz dieser vollkommenen Erbschaft. Will es mehr als diesenBesitz, will es die Entwickelung dieses Besitztums, will es dieEntstehung desselben begreifen, so muß es in die Vorzeit, in dieUrzeit seiner Nation eindringen, sich zu den älteren und ältestenSprachdenkmälern wenden. Dieses Studium hat jedoch mehrein gelehrtes, als ein praktisches Interesse. Jedenfalls aber ge-winnt man dadurch eine Einsicht in die individuelle Natur desSprachgenies der Nation, der man durch die Geburt angehört,und inan wird dadurch befähigt, mit Bewußtsein zu thun, wasandere mehr instinktiv vollziehen. In keinem Falle ist die eineund andere Art des Erkennens und Könnens ein Hindernis fürdie individuelle Entwickelung; im Gegenteil wird sie dadurch ge-fördert. Die Hauptsache bleibt, daß die Sprache dein Einzelnenzur Bezeichnung der anderswoher gewonnenen Gedanken zurfreiesten Disposition vorliege.

d. Anders ist es mit einer fremden Sprache.

Sie liegt dem Lernenden positiv gegeben vor, sie ist außerihm, er muß sie sich mit Hilfe der Muttersprache aneignen.

Ist der Lehrer verständig, so wird er die Teile in solcherAbfolge an den Schüler bringen, daß der vorhergehende dennachfolgenden vorbereitet, folglich eine Art Aufeinanderfolge undEntwickelung entsteht. Solcher Unterricht wird demnach die for-male Entwickelung des Schülers fördern. Frei verfügen kannaber der Lernende über den Stoff selbst nicht. Derselbe ist mit