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3 (1891)
Entstehung
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wächst und die Wissenschaft entsteht; beides ist ein und derselbeProzeß. Die fertigen Wissenschaften werden verdaut, die gene-tischen werden geschaffen; dort ist, selbst bei dem tiefsten Forscher,höchstens Nach-, hier Urerzeugung; dort herrscht immer mehroder weniger Gebundenheit, hier völlige, wenn auch gesetzmäßigeFreiheit; dort lernt der Schüler, was ist und wie es ist, hierzugleich: warum es so ist und wie es entsteht.

Drum legt sich der Lehrer, welcher dem Entwickelnngs-priuzip dienen will, darauf, die Gegenstände des Unterrichtsdarauf anzusehen, wie er sie vor dem Auge des Schülers ent-stehen, noch mehr, wie er sie von ihm erzeugen lassenkönne. Letzteres ist die höchste Funktion, zu der er es bringenkann; ist sie nicht möglich, so versucht er die vorhergehende; gehtauch das nicht, nun so bleibt es beim Annehmen, höchstensNach-Denken. Blind aber darf nichts gegeben werden. Dennohne Erkenntnis ist Geistestod. Wir gruppieren demnach, mitder niederen Potenz beginnend, so: Vormachen und Nach-machen Aufsuch en und Erkennen und AnwendenErzeugen und Schaffen.

Seheu wir uns nun noch von diesem Standpunkte aus dieverschiedenen Unterrichtsgegenstünde an!

1) Schönschreiben lernen geschieht durch Vor- undNachmachen. Der die Entwickelung des Schülers beabsichtigendeLehrer läßt die Buchstaben ans den einfachen Elementen vor denAngen der Schüler entstehen. Dieselben lernen zusammenfügen,kombinieren, ei» Zusammengesetztes äußerlich gestalten, und dasUmgekehrte: zerlegen (analysieren). (Die ästhetische Seite lassenwir, um unseres Zweckes willen, außer acht.)

2) Lese u.

Hier kommt es darauf au, ob mau vorherrschend den analy-tischen oder den synthetischen Gang wählen will. Jener legtdein Schüler die Sprache (den Satz) als etwas Fertiges vor,zergliedert ihn und setzt die Elemente später wieder zusammen;dieser verfährt von Anfang an auf letztere Weise. Da auf diese(letztere) Art mehr als bei der erstereu konstruiert, erzeugt wird,so ist nicht zu bezweifeln, daß sie in dieser Beziehung vor der-