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3 (1891)
Entstehung
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Sicherheit aus den Urzustand der Menschen zurückschließen, alsans allen anderen Urkunden.

Wir gewahren in den alten Sprachen, deren Denkmäler unsausbehalten sind, zwei verschiedene und abweichende Richtungen,aus welchen eine dritte, ihnen vorangegangene, aber hinter demBereich unserer Zeugnisse liegende, notwendig gefolgert werden muß.

In den ältesten Sprachen (Sanskrit und Zend) zeigt sicheine bewundernswerte Vollendung der Form, in welcher sich allesinnlichen und geistigen Bestandteile lebensvoll durchdrungen haben.

In den Fortsetzungen dieser Sprachen ist die innere Kraftund Gelenkigkeit der Flexion größtenteils ausgegeben und gestört,zum Teil durch äußere Mittel und Behelfe wieder eiugebracht.

Auch die deutsche Sprache ist von einem früheren Höhe-punkte der Formvollendung herabgesunken, und derselbe Weg desErsatzes ist eingeschlagen, der allerdings nicht gering zu achten ist.

Nicht zwei, sondern drei Staffeln der Entwickelung mensch-licher Sprache sind demnach anzusetzen: des Schaffens, gleichsamWachsens der Wurzeln und Wörter des Emporblühens einervollendeten Flexion des Triebes zum Gedanken. Es sindLaub, Blüte und reifende Frucht, die, wie es die Natur ver-langt, in unverrückbarer Folge neben- und nacheinander ein-trateu. Durch die bloße Notwendigkeit einer ersten unsichtbaren,den beiden andern, für uns sichtbaren Perioden vorausgegangenenwird der Wahn eines göttlichen Ursprungs der Sprache ganzbeseitigt, weil es Gottes Weisheit widerstritte, dem, was eineMenschengeschichte haben soll, im voraus Zwang anzuthun.

Die älteste Sprache war melodisch, aber weitschweifig undhaltlos, die mittlere voll gedrungener, poetischer Kraft; die eineSprache sucht den Abgang an Schönheit durch Harmonie desGanzen wieder einzubringen und vermag mit geringeren Mittelndennoch mehr.

So ist der den Ursprung der Sprache einhüllende Schleiergelüftet, nicht vollends anfgedeckt.

Den Stand der Sprache im ersteil Zeiträume kann mankeinen paradiesischen neunen in dem gewöhnlich mit diesem Aus-druck verknüpften Sinne irdischer Vollkommenheit; denn sie durch-