Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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Es ist anzimehmen, daß Mann und Weib, vollwüchsig, inmännlicher und weiblicher Reife, erschaffen wurden. Denn nichtsetzt der Vogel das Ei, die Pflanze den Samen, sondern das Eiden Vogel voraus, das Korn die Pflanze. Kind, Ei, Samen-korn sind Erzeugnisse, folglich unurerschaffen; der erste Menschwar also ein Kind, oder das erste Kind hatte keinen Vater.Aber, daß von jedem Tiere, von jedem Kraut nur ein Paar,nicht mehrere nebeneinander erschaffen worden, hat wenig für,mehr gegen sich* *. Die ein Paar entstehenlaffende schöpferischeKraft konnte unbehindert auch mehrere zusammen schaffen, wiesie schon im ersten Paar das Gleichartige zweimal hervorzu-bringen genötigt war. Ans den Menschen und die Sprache an-gewandt, ist es sogar wahrscheinlich, daß mehr als ein Paar er-schaffen wurde; denn wie sah es sonst mit der Fortpflanzungund Erhaltung des Menschengeschlechts aus? Was für der Naturwidersprechende Verbindungen hätten eingegangen werden müssen?

Auch erklärt sich der Sprache Ursprung viel leichter, wennmehrere Menschenpaare und bald ihre Kinder an ihr bildeten.Man kann den Frauen eine ihrer Natur eigentümliche Einwirkungauf die Sprache nicht absprechen; die in allen alten Sprachenvorkommenden weiblichen Flexionen neben den männlichen mögenein Produkt des Einflusses des Frauengeschlechts sein.

Aus dem Verhältnis der Sprachen läßt sich mit mehr

erfunden. Becker betrachtet die Sprache nicht als Produkt absichtlicherErfindung, sondern als ein organisches Erzeugnis. Wer sie als Folgeeiner bewußten Vereinbarung unter den Menschen ansehen möchte, setzt dieExistenz der Sprache schon voraus.

* Über den Versuch, aus der Ähnlichkeit des Klanges mancher Wörterin verschiedenen Sprachen auf einen gemeinschaftlichen Ursprung der be-treffenden Völker zu schließen, macht C. Vogt eine treffende Bemerkung:Wenn man, auf die zufällige Ähnlichkeit mancher Laute gestützt, die Negeraus einem gemeinschaftlichen Stamme mit uns Kaukasiern ableiten will, sostellen sich solche Bemühungen ganz in dieselbe Reihe mit denjenigen derNaturphilosophen, welche den Menschen aus dem Jnfusorium konstruierten.Man kann auch Ähnlichkeiten auffinden zwischen einem Kamel und einemBerge, und bei einiger Gewandtheit das Wort Verstand von demgriechischen ^ins ableiten."