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Militärische Einheit verlangt strenge Zentralisation, Wirkenvon einem Punkte nach allen Seiten hin und Gehorsam instrengster Subordination ohne eine Spur von Eigenwillen undfreier Selbstbestimmung der einzelnen Glieder des Ganzen; freieBewegung und eigentümliche Entwickelung verträgt sich damitnicht. Wer diese will, muß die Menschen nach der Verschieden-heit ihrer Natur, ihrer Verhältnisse und Bedürfnisse wirken lassen.Wer es leicht haben will bei einem Geschäfte, an dem mehrerewirken, zentralisiert und generalisiert; wem es darauf nicht an-kommt, wer im Gegenteile an der Mannigfaltigkeit der Er-scheinungsformen seine Freude hat, läßt die Individuen gewähren.Des ersteren Ideal ist im Staate des Absolutismus zu finden;das zweite findet sich in Provinzen und Gemeinden, die ihreAngelegenheiten selbst machen. Dem letzteren entspricht die Ver-schiedenheit der Bewohner der einzelnen Provinzen desselbenStaates in Dialekten, Trachten, Gewohnheiten, Sitten und Ge-bräuchen, in der Bauart der Wohnungen wie in der Lebensartüberhaupt — Verschiedenheiten nach Provinzen, Landkreisen, Be-zirken, Gemeinden u. s. w. bis hinab zu den Individuen, vonwelchen jedes, wie einen eigenen Körper, auch ein besonderes Ge-sicht, eine eigene Nase u. s. w., auch andere Eigentümlichkeitenbesitzt und offenbart. Diese Eigentümlichkeiten entstehen von selbst,sind naturwüchsiger Art; man braucht sie nur nicht zu hemmen.
Überlege der Leser einmal, welche der beiden geschildertenVerfahrungsweisen der Natur der Menschen zusagt und sie darumbeglückt, und was zur Schönheit des Menschendaseins gehört!Demnächst überlege er, was der anrichtet, der den natürlichenVerschiedenheiten nicht „Rechnung trägt", sie vielleicht gar aus-znrotten sich bestrebt!
Wende man nun die Gedanken und Ergebnisse dem Volks-schulwesen zu! Was ergiebt sich dann?
Darf oder soll den provinziellen, lokalen, individuellenVerschiedenheiten auf dem Gebiete der Volkserziehung Rechnunggetragen werden?
Ist es zu gestatten, daß eine Provinz, eine Gemeinde ihreSchulen eigenartig einrichtet? Ist es zu dulden, daß der Lehrer