Lebens, und wird daher wohl auch nicht neben dem Himmelvorbeiführen.
Alles ist auf die Menschennatur gegründet und auf dieWahrheit, welcher jene nach dem in ihr angelegten mächtigstenZuge zustrebt. Der Mensch will das Wahre, das Gute. Annichts hat er eine größere Freude. Bleibend und dauernd istdarum nur das auf die Wahrheit Gegründete. Alles andere istvon Anfang an dem Untergange geweiht. Soll darum derReligion wieder aufgeholfen werden, so muß die Wahrheit wiedereingeführt werden. Ohne Freiheit giebt es aber keine Wahrheit,keine Wahrhaftigkeit und folglich keine wahre Religion. Giebtman daher die Religion nicht frei, so ist es mit ihr vorbei.Kirchentümer kann man mit Zwang aufrecht erhalten, Religionnicht. Solange daher das Kirchentum, zu welchem sich ein Menschbekennt oder nicht bekennt, auf seine bürgerlichen und mensch-lichen Verhältnisse von dem geringsten Einflüsse ist, solange darfman auf Wahrheit in der Religion nicht rechnen. Ebendeshalbist nichts verkehrter und für die Religion verderblicher, als wennman den Geistlichen der verschiedenen Kirchen und Kirchentümerirgend einen Einfluß auf die bürgerlichen Verhältnisse einräumt.Um der Sache willen, der sie dienen sollen, müßte inan ihnendenselben entreißen, sie davon befreien. Die Religion ist ent-weder ein Ergebnis freier, freiester Überzeugung, oder sie istnichts. Die verderblichste, entehrendste Erscheinung aber ist diepolitisch-religiöse Orthodoxie.
Ein Mensch, zumal ein Geistlicher, der die Religion, denGlauben, die Kirche, seine Überzeugung re. in den Dienst einerweltlichen Macht stellt, sie dazu hergiebt und mißbraucht, gewisseäußere, politische Zwecke, Richtungeu und Systeme zu unterstützenoder durchzusetzen, also das Freieste, Edelste, Höchste in den Dienstdes Vergänglichen, oft so Nichtigen, ja Nichtswürdigen, zu stellen:ein solcher Mensch verdient doch gewiß als Verräter des Heiligenvor allein Volk gebrandmarkt oder ins Meer geworfen zu werden,>vo es am tiefsten ist.
Hofgunst und Polizeiregiment sind nach Bun seu die ärgstenFeinde der Religion.
Diestern,eg, Ausgew. Schriften. 2. Aust. UI.
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