Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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Hastigkeit nachjagen; sogar der Fanatismus für dieselbe wärezu begreifen, folglich zu entschuldigen.

Ich muß hier den Lesern, besonders den Lehrern noch einigeFragen stellen:

l. Wird der religiöse Unterricht oder vielmehr die religiöseBildung nach den bisher ausgestellten Ansichten und Grund-sätzen den Geistlichen der verschiedenen Konfessionen, denKirchen, genügen?

Wir haben uns in unsrer Betrachtung nicht um sie be-kümmert, nicht an sie gedacht; wir machten unsre Feststellungenvon dem pädagogischen Standpunkte aus, welches der unsreist. Die Geistlichen stehen aber auf dem kirchlichen. Sollenwir uns auf denselben versetzen lassen?

Ich sage: Nein; er geht uns nichts an. Nicht wir habenuns auf ihren partikularistischen, sondern an den Geistlichenist es, sich aus unfern Standpunkt, auf den pädagogischen,den allgemein-menschlichen der Christus-Religion, zu begeben,alles, was mir thun, aus dem Gesichtspunkte der Menschen-bildung zu betrachten. Wir wollen religiöse Bildung, und wirhaben angegeben, wie wir sie anstreben: nämlich durch

alles, was in der Schule geschieht, durch Inneres undÄußeres, durch Disziplin wie durch Doktrin. Nach uns istalles Disziplin, Bildung des Geistes, und davon ist auch dieKörperbildung (das Turnen) nicht ausgeschlossen, geschweige dennirgend eine Art von Unterricht. Bewirkt das Rechnen sittlicheBildung? Wer das nicht einsieht, lese Grub es Abhandlungdarüber. Und von da, von dem dem religiösen Leben entferntestenGegenstände, mache man einen Schluß auf die Wirkung derübrigen ("Naturkunde, Geschichte re.) und ihren harmonischen Bei-trag zur Gestaltung des wahren Menschenlebens und SeiuS!

Damit haben wir es zu thun, nicht mit dein Kirchentumoder den Kirchentümern, für welche die konfessionellen Geistlichenwirken, jeder für das seinige, das er exklusiv für das richtigehält und in der Regel so überschätzt, daß er im stände ist, den-jenigen, der aus innerer Überzeugung zu einem andern Bekenntnisübergeht, der irreligiösen Gesinnung zu beschuldigen. Viele