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zu thun. Jede Spur von Unuatürlichkeit, Geschraubt- und Ver-schrobenheit, künstlichem Wesen und Absichtlichkeit verzerrt denzur Auffassung der Religion und zur Entwickelung der wahrenGefühle unumgänglich notwendigen Wahrheitssinn. Die kleinsteUnwahrheit, das geringste Scheinwesen ist Gift für die religiöseGesinnung. In dieser Beziehung scheinen viele Lehrer fast garkein Gewissen, selbst keinen Wahrheitssinn mehr zu haben.
Aus diesen Gründen verwerfe ich auf den ersten Stufen daszu Anfang der Religionsstunden herkömmliche Beten. Es setztauch die übrigen Lektionen und Lehrer herab. Auch sie sind,wie oben ausgeführt, Erzeuger religiöser Bildung. Das wahr-haft, d. h. natürlich gebliebene Kind kennt in seinen: Gefühleauch den gemachten Unterschied nicht.
Ein anderes ist es, wenn die Religionsstunden bereits eineanhaltende Wirkung hervorgebracht haben, wenn das Kindempfindet, von ihnen gehe eine gehobene Stimmung aus, so daßes bei dem Gedanken und bei dem Herankommen derselben voi:selbst in dieselbe versetzt wird; dann ist das Beten nur ein Ans-druck dieser Stimmung, folglich wahr.
Dein Leser kann damit nicht verborgen bleiben, was ich will:Wahrheit, Wahrhaftigkeit, nichts mehr und nichts weniger, nichtsanderes, und darum keine Spur voi: Absichtlichkeit und Macherei.
Diese verstimmt auch sofort den natürliche!: Menschen, ver-zerrt sein Wesen.
Die Sache soll wirken und nichts anderes. Was sie nichtwirkt, darauf muß verzichtet werden. Der Lehrer soll das Kindnicht fromm machen, nicht zur Frömmigkeit bereden. Die frommeGesinnung oder Stimmung soll nicht zu den Sachen hinzu-gebracht werden, sondern sie soll ans ihnen hervorgehen. Werdaran denken muß, daß es schön sei, den Aufgang der Sonne infrommen Gefühlen und in gerührter Stimmung zu erwarten,der lasse sie, wie Asmus anrät, „in Gottes Namen ohneThränenwasser aufgehen".
Kehrt diese Natürlichkeit, Lauterkeit, Unbefangenheit undWahrhaftigkeit nicht zur Behandlung und Beschäftigung mit derReligion und in die Religionsstunden zurück, so ist und bleibt