Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
Seite
268
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Schönheit, wir machen es ebenso mit schönen religiösen Liedern,wie sie dein Sinn der Jugend Zusagen, sind aber bei ihnen, inbetreff der möglichen Beschwerung des Gedächtnisses durch sie,noch vorsichtiger als bei den Sprüchen. Gedächtnislastcu drückenden Geist, ersticken das Gemüt.

4. Wir beginnen die Erzählung einer Geschichte in derStimmung, in welcher sich die Kinder und wir befinden.

Wir hüten uns, eine fremdartige, künstliche Stimmung zuerwecken, sei es durch Miene, oder Pathos, oder anderes Mach-werk. Wir vermeiden alles Künstliche. Es führt zur Unwahr-heit und Unwahrhaftigkeit.

Das Kind soll keine fromme Miene machen, es muß inseiner natürlichen Beschaffenheit erhalten werde». Nur sie eignetes für die Auffassung des Wahren und für unbefangene Äuße-rungen. Deshalb müssen alle besonderen Veranstaltungen ver-mieden werden. Dieselben können zwar dunkle Gefühle erwecken;aber sie machen nur zu leicht denkunfähig, wo nicht gar unwahr.

Deswegen verwerfe ich auch auf den ersten Stufeil desReligionsunterrichts das einleitende Gebet. Gegen dasselbe zuAnfaug des Unterrichts überhaupt habe ich nichts, im Gegeilteil,es ist schön und gilt, und der, der da aus Erfahrung weiß, wieleicht einem Menschen etwas mißlingen kann, mit welchenSchwierigkeiten das Geschäft der Erziehung und Bildung ver-bunden ist, und wiean Gottes Segen wirklich alles gelegen ist",der wird den Drang in sich verspüren, dasarbeite und bete"nicht zu vergessen.

Aber dieses Gebet hat einen allgemeinen Zweck, erstreckt sichüber alles. Bete ich aber, nicht nur, daß Gott ein bestimmtesGeschäft besonders segnen möge, sondern geschieht es mit derWendung, wie inan ja verlangt, daß mau an die religiöse Be-trachtung und Belehrung, an Bibellesen u. s. w.betend"gehen müsse, so ist die Befangenheit da lind das Kind seinernatürlichen Beschaffenheit enthoben. Die Religion soll aber mitdem übrigen natürlichen Wesen des Menschen in Harmonie stehen,aus ihr hervorgehen. Merke: in der genannten Beziehung etwaszu wenig zu thuu, ist weit weniger nachteilig, als etwas zu viel