Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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ich dem übrigen amveise und wie ich den Satz verstehe, wirdaus dem folgenden hinreichend klar werden.

1. Der (nicht zu vergessen: der mein) Religionsunter-richt soll den Menschen bilden, den jungen Menschen, denkonkreten, den einzelnen, individuellen Menschen (das Indi-viduum).

Wegen des ersten verlangen wir, daß der Religionsunter-richt (die religiöse Bildung) so erteilt werde, wie er für denMenschen, für jeden Menschen auf der ganzen Erde paßt; wegendes zweiten, daß er sich dem Wesen der Kindesnatnr an-schließt; wegen des dritten, daß er die Verschiedenheiten derindividuellen Entwickelung nicht aus-, sondern einschließt, siefolglich beachtet und respektiert.

Ans dieses dritte haben wir hier, wenigstens zunächst, keineRücksicht zu nehmen, da die Mannigfaltigkeit des Individuellenunendlich groß ist, so groß wie die Zahl der Menschen selbst;auch enthält unsere Forderung vorerst nur eine Negation (dasNicht-Stören); später aber werden wir sehen, daß die lebendige,wahre Religion, die Religiosität, etwas Individuelles, dem einzelnenMenschen wesenhaft Eigentümliches ist.

2*. Wir haben also in der religiösen Bildung denMenschen im Auge, die menschlichen Anlagen, wir stehen aufdem allgemein-humanistischen Standpunkte. Dieses ist überhauptder Standpunkt der Schule, die keine Standes-, keine Berufs-,keine Tendenzschule ist. Ob unser Schüler künftig im Lebendieses oder jenes Geschäft ergreift, ob seine Eltern diesem oderjenem Stande angehören, kümmert uns nicht. Damit hat es dieErziehung oder vielmehr Bildung I,oc zu thuu. Zur all-gemeinen Erziehung gehört das nicht. Man kann es ja auchnicht wissen, was der kleine Mensch dereinst wird oder will, dasbleibt seinem Belieben oder Geschick überlassen. Unsere religiöseBildung hat es daher so wenig mit einer Konfession, als miteiner Profession zu thun.

* Nr. 2. könnte ich dem ersten subsumieren. Da es hier aber nichtauf logische Subtilitäten, sondern auf die Wahrheit ankommt, so stelle ichdie Positionen oder Folgerungen nebeneinander. Es geschieht um derBequemlichkeit des Autors und des Lesers willen.