Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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dem Bedürfnis des Kindes nach Entfaltung genügen will, derAugenblick erheischt, lehrt keine Kunst. Hier zeigt sich dasNaturgenie. Nicht unnütz sind darum Wille, Anstrengung undEnergie; vielmehr sind dieses unentbehrliche Eigenschaften, wennman es in irgend einein Fache zu etwas Nennenswertem bringenwill; aber sie müssen von der Begabung zu diesem bestimmtenFache und Berufe unterstützt, von ihr getragen werden, wenn derErfolg zn den ausgezeichneten und glänzenden gehören soll. DieNatur muß den Menschen zu ihm Hintreiben; es muß mehr seinals eine willkürliche, oder durch äußere Motive bestimmte Wahl.In dieser Beziehung kann mau sagen, daß der Mensch nicht freisei. Er kann nicht dieses, und ebenso gut ein anderes ergreifenund in beiden es gleich weit bringen dieses ist nur bei Un-bestimmtheit der Anlage, guter oder schlechter Mittelmäßigkeitder Fall instinktiv treibt die auf ein Ziel gerichtete Natur-kraft zu diesem einen, der Mensch kann und natürlich soll erauch nicht anders, er muß dieses muß indiziert das höchsteGlück, die Bestimmtheit zu bedeutenden Leistungen. Willkür undWahl sind dabei ausgeschlossen, es ist Präformation und Prä-determination der Natur. Wohl dem, dem sie verliehen ist, wohldem, der ihr von Anfang an folgen kann, dreimal wohl dem,der ihrer frühzeitig inne wird! Letzteres ist nicht immer der Fall;die Einsicht in die von der Natur dem Menschen angewieseneBestimmung kommt ihm oft spät, manchmal gar nicht. Undwenn sie dem Inhaber selbst nicht kommt, so kommt die Er-kenntnis dieser Naturbestimmtheit und ihres Einflusses auf dieZeitgenossen anderen, von außen beobachtenden Menschen zu-weilen erst lange nach dem Tode der schöpferischen Thätigkeiteines Mannes. Die Philosophie der Geschichte ist die Thateines rückwärts gekehrten Propheten. Es ist Vernunft in derGeschichte, dem Werdeprozeß der Menschheit. Die Anlage,auch die energischste, determinierteste, bedarf indes der Weckung,der Entwickelung, der Ausbildung. Fertig kommt kein Menschaus den Händen der Natur. Sie verleiht nur die Anlagenur" bedeutet nach dem Gesagten keinen Mangel es istSache der Umstände und Einflüsse und des eigenen Fleißes,