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Absicht, nicht der Wille, und sei die erste noch so tief, die zweitenoch so rein, der dritte noch so kräftig, erzeugen das Rechte, undman muß daher sagen, daß die Erreichung desselben nicht ganzund gar, das Höchste sozusagen gar nicht, in des Menschen Willengelegt ist. Aber was ist es denn? Nichts anderes, nichts mehrund nichts weniger ist es als die Natur, als die dem Glück-lichen — denn so ist er zu nennen — verliehene, angeboreneBegabung, es ist ein Geschenk des Himmels, welches zwar, wiejede Anlage des Menschen, der Ausbildung bedürftig ist, dasaber, wenn es fehlt, durch nichts, weder durch den edelstenWillen, noch durch die tiefste Reflexion, noch durch Fleiß undAnstrengung ersetzt werden kann*. Die Natur muß hier, wieüberall, das Beste thuir; woran sie es hat fehlen lassen, kanndurch nichts ersetzt werden. „Der Dichter wird geboren," aberauch der Erzieher wird geboren, wie jeder Virtuos in seinemFache geboren, d. h. durch eine hohe Begabung zu seinem Berufedurch die Natur, oder, religiös ausgedrückt, durch die Vorsehungbestimmt wird. Dieses ist eine Wahrheit; sie mag auf den erstenBlick dem einen oder andern auffallend, für einen dritten nieder-schlagend sein; aber es ist so. Das Beste, leiblich wie geistig,verdankt der Mensch niemals sich selbst, sondern einer von ihmunabhängigen Macht. So lehrt es Erfahrung wie Nachdenken,und die Selbstbekenntnisse einsichtsvoller Denker und Selbstkennerstimmen damit überein. Von Anfang an kennt man dieses Ver-hältnis nicht; erst später und hinterher, wenn inan den Gangseiner Entwickelung übersieht, wenn man, um mit Goethe zureden, „sich selbst historisch geworden", gelangt man zu dieserEinsicht. Der Pädagoge muß geboren werden. Was von ihn:,der nicht airlehren, noch weniger einzwängen, nicht aufpfropfen,nicht eintrichtern, sondern anregen, entwickeln, dem Triebe und
* „Ich glaub-!, daß alles, was das Genie als Genie thut, unbewußtgeschehe. Der Mensch von Genie kann auch verständig handeln, nach ge-pflogener Überlegung aus Überlegung; das geschieht aber alles nur sonebenher. Kein Werk des Genies kann durch Reflexion in ihren nächstenfolgen verbessert, von seinen Fehler» befreit werden."
Goethe.