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wenn sie zur Ausbildung gelangen soll. In dieser Beziehungrechnen wir es dem Menschen an, wir schätzen ihn und bewundernihn vielleicht; die Möglichkeit gab die Natur, ein gütiger Gott;zur Wirklichkeit wurde sie durch eigene Anstrengung, durch dieVereinigung glücklich zusammenwirkender Umstände, also auchdurch den gütigen Gott.
Für ein großes Glück ist es zu erachten, wenn man Gelegen-heit hat, musterhafte Vorbilder in irgend einer Art zu sehen,ihren Einfluß zu empfangen. Das Vorbild entzündet die An-lage. Ich muß es wiederholen: die Natur hat das Beste gethan,das Notwendigste geschaffen, die Bedingung des Werdens gelegt— ohne sie fehlt der Boden, in welchem der Same Wurzelschlagen kann, weshalb die edelste Umgebung so oft kein Resultaterzeugt — aber sie bedarf der Erregung, und keine Art der Er-regung wirkt entschiedener und entscheidender, als ein energischer,entwickelter Mensch. Der nach Entwickelung Begierige suchtdessen Einfluß, dessen Nähe, er fühlt sich instinktiv dazu ange-trieben. In der Nähe des Entwickelten wird es dem nach dergleichen Entwickelung Begierigen klar, was er selbst kann undsoll, was seine eigene Natur will. Er wird des inne durch dieFreude und das innere Glück, das er in der Nähe des Ge-förderten empfindet, durch die Wahrnehmung, wie sehr er sichdurch ihn gefördert fühlt. Für den Erregbaren bedarf es dazuoft nicht vieler Jahre, manchmal nur einer Stunde, fast nureines Augenblicks. Der Blitz entzündet plötzlich den zum Brennentauglichen Stoff. So verhält es sich auch oft mit der Wirkungeiner Seele auf eine andere.
Was daraus für den künftigen Lehrer und Erzieher folgt,bedarf kaum der Andeutung.
Er sucht die Nähe anerkannt tüchtiger Lehrer und Erzieher,solcher Männer, denen die Naturbegabung zu ihrem Berufe inhohem Grade verliehen war und welche sie ausgebildet habe».Was dann von Ähnlichem in ihm zu wecken ist, es wird ge-schehen. Er wird nicht zum blinden Nachahmer — dieses istallemal eine That der Mittelmäßigkeit —, sondern er läßt sichdurch die Anschauung einer in sich vollendeten Individualität zur