Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
Seite
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In der neuen Schule sind die Unterrichtsobjekte: Gott,Mensch und Natur. Was fehlt diesen an Inhalt und Realität?

Aber wir verstehen: wir kehren die positive Seite derselben,namentlich des Religionsunterrichts, das sogenanntePositive",nicht genug heraus.

Daß wir dieses nicht thun, hat in psychologischen Er-wägungen seinen Grund. Nach psychologischen Gesetzenwollen wir jedes Objekt, also auch die Religion, an die Kinderbringen oder vielmehr in sie hinein, nicht aber ans positive Weiseund nach positiven Vorschriften, folglich nicht auf gewaltsameWeise im Alter ihrer Unmündigkeit.

Die neue Schule hat den positivsten Inhalt, müssen undkönnen wir in Wahrheit sagen, wenn einmal das so oft miß-brauchte Wortpositiv" in den Mund genommen werden soll.Beantworte man die Fragen: Wo existieren realere, positivereDinge, als in dem Gebiete der Menschen- und Naturkunde? Wasist positiver und realer als die menschliche Seele und die Welt?

Was und wie die alte Schule lehrte, ist bekannt. In ihrfehlten Geographie, Naturgeschichte, Physik, Himmelskunde, kurzdie Gegenstände, die zu den realste» der realen und positivengehören.

Was will daher der Vorwurf, die neuere (formalistische)Pädagogik habe keinen Inhalt, bedeuten?

Und womit geht nun die neueste, positiv lind real genanntePädagogik um?

Erstens beschränkt sie den Realunterricht auf ein Minimumoder wirft ihn ganz zur Thüre hinaus.

Zweitens knüpft sie ihn an das Lesebuch, d. h. macht ihn zueinem Wortunterricht, zum Geschwätz, und vernichtet damit realiterdas Wesen und Ziel desselben: die unmittelbare Erkenntnis derwirklichen Welt.

Drittens besetzt sie die durch jenes Minimum frei gewordeneilStunden mit einem Religionsunterrichte, der mit Memorierenbeginnt und wesentlich in Memorieren besteht. Heißt das Wertlegen auf den Inhalt und verdient dieser Unterricht als einsolcher, der vorzugsweise mit realen Vorstellungen und Kennt-nissen erfülle, vor demformalistisch" gehaltenen den Vorzug?