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Die Vereinfachung muß dem Unterricht Gewinn bringen, er darfdadurch nicht sein eigentliches Wesen verlieren. Manche so-genannte „Konzentration" ist daher nichts weniger, als eine Ver-besserung. Der Lehrer lasse sich deshalb durch dieses etwas hoch-tönende Wort ebensowenig umgarnen, als durch das noch un-bestimmtere und phrasenhaftere der „Organisation". Jederbildende Unterricht empfängt seine Bestimmungen von der gleich-zeitigen Erwägung der Natur des Objekts und der Beschaffenheitdes Lernenden; Sach- und psychologische Kenntnisse vereinigt er-zeugen ein richtiges Urteil über Lehrgang und Methode. ÄußereRücksichten führen vom rechten Wege ab.
2. „Die formalistische Pädagogik."
Dieses ist der zweite Gegenstand, von dem wir diesmalsprechen wollen; auch gegen ihn sind neue und erneuerte Vor-schläge gerichtet.
Die neuere, aus Pestalozzi fußende Schulpädagogik istformalistisch, sie entbehrt des rechten Stoffes und Inhaltes, siebeginnt mit Abstraktionen und läuft auf Abstraktionen hinaus;„Zahl, Form und Sprache" lassen nur abstrakten, formalisieren-den Unterricht zu; derselbe beabsichtigt wesentlich, oder nur Ver-standesbildung, das Gemüt wird außer; acht gelassen, oder kommtwenigstens dabei zu kurz, die formalistische Pädagogik taugtnichts und ihr Vorherrschen in den Schulen verschuldet mit dasZeitverderben.
So lauten die Klagen und Anklagen.
Geheil wir auf die Vorwürfe näher ein!
„Die neuere Didaktik ist formalistisch."
Die Pestalozzische Trias ist Form, Zahl und Sprache. DerReligionsunterricht ging nebenher, und daß Pestalozzi nichtdirekt die Natur heranzog, lag einesteils in seiner mangelhaftenKenntnis, anderenteils in der Beschaffenheit der Wissenschaftselbst, zum dritten in dem Umstande, daß Pestalozzi daraufdenken mußte, Unterrichtsobjekte zu finden, die am ersten dazugeeignet waren, den herrschenden Mechanismus im Unterricht zubeseitigeil und die Geisteskräfte zu wecken, formal zu bilden.
Aus diesen Gründen erklärt sich vollständig die Einseitigkeit