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Mit der Vereitlung der dentschnatioualen Bestrebungen desJahres l848 sind die Reformbestrebungen der Schule im ange-gebenen Sinne verschwunden, und es ist wegen des oben ange-deuteten Kausalzusammenhanges in betreff der neuesten Reform-vorschläge die entgegengesetzte Richtung eingetreten. Dieselbenwollen im großen und ganzen die früheren Bestrebungen nichtfortsetzen, sondern hemmen oder auch vernichten. Reaktion undRestauration auf dem politischen und kirchlichen Gebiete führenzu Gedanken und Vorschlägen auf dem pädagogischen. Dochwürde man unrecht thnn, wenn man vermuten sollte, daß alleneueren Schulreform-Vorschläge dem Geiste der Restaurationoder gar der Reaktion entstammen. Manche Reformen huldigennoch dem Prinzip der freien Entwickelung.
Ohne die der einen oder andern Art voneinander zu trennen,wollen wir die wesentlichsten der nach dem Jahre 1848 laut ge-wordenen Vorschläge nur die Revue passieren lassen. Sie be-ziehen sich sowohl auf das Innere, als ans das Äußere derSchule, auf den Geist des Unterrichts und der Erziehung, wieauf die Stellung der Schule und die Verhältnisse der Lehrer.Ungetrennt werden wir sie aufeinander folgen lassen.
1. Vereinfachung und Einheit des Unterrichts,Zentralisation und Konzentration.
Der Gedanke, den Unterricht in der Volksschule zu vereinfachen, das Überflüssige wegzuschneiden, ihn auf das Wesentlichstezu beschränken, um das Fundamentale und Elementarische destofester begründen zu können, ist ein alter Gedanke. Er entstandmit den Jahren von selbst in jedem denkenden Lehrerkopfe. Derjunge Lehrer weiß Wesentliches und Wesentlichstes von Unwesent-lichem und Nebensächlichem noch nicht sicher zu scheiden. Erlehrt drauf los, er lehrt, was er gelernt hat. Aber das giebtsich mit den Jahren. Die Erfahrung lehrt, daß die tüchtigeren Lehrermit zunehmenden Jahren den Lehrstoff immer mehr und mehrbeschränken und hauptsächlich darauf Bedacht nehmen, die eigent-lichen Fundamente des Wissens und der Bildung festzulegen.
Nichtsdestoweniger war der Gedanke und der ihm ent-sprechende Versuch, das Wesentliche von Unwesentlichem prinzipiell