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entsteht, aiizueignen, auf heimischen Boden zu verpflanzen und zunationalisieren. In diesem Triebe spricht sich die welthistorischeBestimmung der deutschen Nation aus. In die Mitte vonEuropa, des Erdteils der menschlichen Kultur, zwischen die roma-nischen und slavischen Völkerschaften hineingestellt, hat die deutscheNation die Bestimmung, alle Momente der Kultur in sich zuvereinigen und von sich aus unter die anderen Völker zu ver-breiten. Die Aufgabe, die sie zu lösen hat, ist eine welthistorisch-universale. Sie kann dieselbe nicht lösen ohne die Entwickelungindividueller Persönlichkeiten. Weit entfernt daher, daß dasPrinzip individueller Vollendung der universal-menschlichen Ent-wickelung eutgegenstehen und sie hindern sollte, ist jene eine Be-dingung zu dieser. Die erhaben menschliche Ausgabe der deutschenNation besteht in der Konzentration aller Bedingungselemcnteder Menschheit in ihr selbst und in der Verbreitung derselbennach allen Richtungen. Die Bedingungen zur Erreichung diesergroßen Bestimmung liegen in der ungestörten Entwickelung derindividuellen Freiheit und der nationalen Einheit zugleich.
Ergriffen von der Größe nud Erhabenheit dieser Bestimmungkann man sich beim Anblick der bestehenden Verhältnisse eineszerreißenden Gefühls nicht entschlagen. Was hätte, muß mandenken, aus einer so begabten und mit einer so trefflichen Naturausgerüsteten Nation, wie die deutsche, nicht werden können,wenn ihr eine ruhige, ihrer Natur entsprechende nationale, dieFreiheit der Person schützende, die nationale Einheit begünstigendeEntfaltung vergönnt gewesen, wenn ihr nicht fremde, ihrer Ur-weseuheit widersprechende Elemente aufgedruugen worden wären!Was hätte werden können, und was ist geworden? —
Aber einen sicheren Trost gewährt die Wahrnehmung, daßdie deutsche Natur, trotz der heftigsten Angriffe auf sie, nicht ge-brochen ist, daß sie es unter den schwierigsten Verhältnissen zuvielen: Preiswürdigen und Herrlichen (man denke an die deutscheLitteratur!) gebracht hat, und aus dieser Gewißheit schöpft mandie feste und festmachende Überzeugung, daß die deutsche Nationnoch zu großen Dingei: bestimmt ist und ihr eine glänzende Zu-kunft bevorstehl! Der Blick in die Vergangenheit und in das