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daher noch am reinsten in den mittleren und unteren Ständenangetroffen, und der Impuls zu deutscher Entwickelung wird »nrvon ihnen ansgehen, nur davon ausgehen, daß man die in ihnenvorhandenen deutschen Elemente und Momente stärkt. Revo-lutionen sind dazu nicht das geeignete Mittel, sondern ruhige,aber stetige Entfaltung und Entwickelung. Plötzliche Übergängeund Stürme entsprechen dem Charakter des Franzosen, nicht desDeutschen, dem von der Natur die Anlage zu langsamer, aberunbegrenzter Entfaltung geworden ist.
Einem Irrtum könnte derjenige leicht verfallen, der sich zumPrinzip der individuellen Freiheit bekennt; es muß daher davorgewarnt werden.
Man könnte meinen, daß der seine Persönlichkeit hochstellendeMensch zur Abschließung lind Isolierung geneigt sein und denZugang des Guten, was fremdem Boden entsprießt, von sich ab-euwehren geneigt sein werde. Nicht also, wenigstens nicht beidein Deutschen. Im Gegenteil, der Deutsche hat die "Neigung,das Fremde hochzuschätzen und es sich anzueignen. Nur zu leichtschlägt diese an lind für sich gute, ja treffliche, einzige Neigung,die in dem Streben nach individueller, allseitiger Entfaltungihren tieferen Grund hat, in Überschätzung des Fremden und inZurücksetzung des Einheimischen um. Aber im ganzeil offenbartuns dieser in dem Deutscheil mächtige Trieb eine herrliche Seiteseiner Natur und deutet die erhabene Bestimmung der deutschenNation iil kulturhistorischer Beziehung an. Den Deutscheil be-lebt das Strebeil nach allseitiger, universaler Bildung. Ihmsind von der Natur so umfassende, ich möchte sagen, in ihrerGrundbeschaffenheit so wenig ans einzelnes gerichtete, determinierteAlltagen eingeboren, daß jie zu allem die Befähigung in sichtragen. Die deutsche Natur ist die am wenigsten bestimmte, siehat die Begabllllg zu allgemein-menschlicher, zu universaler undidealer Bildung. Darum trägt der mit der Geburt weuig ent-wickelte, ungeschlachte und rohe, aber zu jeder Art der Ent-wickelung und zwar ohne Grenzen befähigte Deutsche die Sehn-slicht nach universaler Bildung in sich, und darum ist er geneigt,sich alles Wahre, Gute und Schölle, was irgend auf der Erde