Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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180
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Lebens, sein Lebensprinzip. Unter diesem Worte verstehen mirden treibenden, schaffenden Geist in seiner Natur.

Um einen Menschen kennen zu lernen, trachten mir nach derErgreifung der Idee seines Lebens. In ihr ist zugleich maranders der einzelne Mensch nationaler Natur die Idee desLebens des Volkes, dem er angehört, enthalten.

Aber nur zu leicht mischt sich dem Leben des EinzelnenFremdartiges bei; unselige Mächte verschlagen ihn aus seinerRichtung und hindern die Erzeugung eines reinen Produkts.Darum kann selten ein Einzelner als Repräsentant seines Volkesangesehen werden. Doch existieren solche, und mau thut, umdas Wesen eines Volkes aufzufasseu, wohl, gerade solche Männerloder auch Frauen) ins Auge zu fassen, welchen, nach dem Urteilealler, der Tppus der Nationalität ihres Volkes in vorzüglicherReinheit und Stärke ausgeprägt worden und die als Repräsen-tanten der Wesenheit ihres Volkes angesehen werden können.

Wollte man sich selbst als einen solchen ansehen und sich alsden Spiegel der ganzen Nation betrachten, so wäre das eine alleBeschreibung überbietende Anmaßung. Aber das darf man einen:jeden zugestehen, daß er dasjenige, was für echt-national aus-gegeben wird, mit dem, was er in sich als national empfindet,vergleiche, um der Wahrheit jenes um so fester inne zu werden.Von jedem, der in und unter seiner Nation, möglichst entferntvon fremden Einflüssen ausgewachsen ist, darf man voraussetzen,daß er, mehr oder weniger, den nationalen Charakter au sichtrage. Darum thut inan wohl, nach dein Bewußtsein seineseigenen Ich zu streben, und ausdrücklich wünsche ich bei den:Nachfolgenden, daß jeder Leser den in ihm selbst befindlichenPrüfstein der Wahrheit dessen, was ich sage und aufstelle, aulegeund danach dessen Richtigkeit beurteile. Jeder stst ein Deutscher;die Auslegung dessen, was das Wesen des Deutschen ausmache,muß daher in dem Innern eines jeden ein Echo finden. Ichappelliere an das innere Gefühl und Bewußtsein des Lesers.

Werfen wir einige Blicke auf die Geschichte des deutschenVolkes! Mehr zu thun, kann hier nicht gefordert werden. Waslehrt die Geschichte über die Natur unseres Volkes? Was legt sie