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Der dritte Prüfstein liefert ein Urteil von noch mehrsubjektiver Art; es ist der Ausspruch des unmittelbarenGefühls.
Alan hat sich unbefangen dem Eindrücke eines Buches hin-gegeben, man hat diesen Totaleindrnck empfangen, man trägtihn in sich.
Wo und wie prüft man nun diesen Eindruck, dieses Gefühl,ob es das richtige, gesunde, frische sei? Denn ein Werk, welchesdieses hervorbringt, muß ein gutes, ein Werk, welches das Gegen-teil erzeugt, muß ein schlechtes sein. Hier erkennt der Leser,daß dieses Urteil nicht möglich ist ohne Vertrauen zu dereignen Natur, ohne das Vertrauen, daß man richtig undwahr empfinde. Aber ohne dieses Vertrauen existiert wederder Mut zum Handeln, noch der Mut zum Urteilen. Ver-schrobene Menschen haben daher auch verschrobene Urteile. DerHimmel spiegelt sich nur rein in ruhigem, klarem, reinemWasser. Wer cs nicht weiß, mag es hier ahnen, wie tief dieRichtigkeit eines Urteils (eines bloßen Urteils!» von der sitt-lichen Beschaffenheit des Urteilenden abhängt. Der unsittliche,verdorbene Mensch thut nicht nur Böses, sondern er urteilt auchfalsch. Die Klarheit des Kopfes hängt von der Reinheit desHerzens ab.
Gesetzt nun, man habe jenes Vertrauen zu sich selbst (ohnewelches, nebenbei gesagt, keine Freude am Leben existiert) undsei sich auch des guten Willens bewußt: woran prüft man nunden Eindruck, den ein Buch auf uns geinacht hat?
Die Nichtigkeit und Zuträglichkeit eines Gefühls kam: nuran einem zweiten geprüft werden, von dem inan weiß, daß esein richtiges ist; das Unbekannte prüft man an den: Bekannte».Es entsteht daher die Frage, wo das lauterste, reinste Gefühl zufinden ist. An dieses hält man dann das zu prüfende.
Ich weiß nun nicht, ob der Leser nur beistiinint, wein: ichsage: dieses reinste, wohlthuendste, belebendste Gefühl entsteht,wein: man sich den Eindrücken der Natur hingiebt. Ich verlassedie Stadt, trete ins Freie, lasse mich von der Sonne bescheinen,