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den Schülern alles, was er ihnen durch die Macht seiner Persön-lichkeit sein kann — wenn das Verhältnis rechter Art, d. h. derLehrer der rechte Mann ist, lebenslänglich eine moralischeAutorität. Darauf muß es ganz besonders die Lehrer-bildungsanstalt, darauf muß es der einzelne Lehrer bei seinerSelbsterziehung selbst anlegen.
Habe ich mich durch diese Worte deutlich ausgedrückt, sohabe ich gesagt, wenigstens sagen wollen: die Schule muß demSchüler eine Autorität sein und zwar unter allen Umständenund Verhältnissen; der Schüler soll dem Lehrer gehorchen und zwarunter allen Umständen; der Lehrer soll ihm eine Autorität sein, zu-nächst eine äußere und diese bleiben, solange es nötig ist, demnächsteben eine innere und moralische werden; des Gehorsams richtigste,tiefste und reinste Quellen sind Vertrauen und Pietät; nur wo diesenicht möglich oder nicht vorhanden sind, da mag der Gehorsam dieFolge äußerer Autorität sein. Denn zum Gehorsam und inGehorsam muß der Mensch erzogen werden. Er soll sein ganzesLeben lang Gesetzen gehorchen: den bürgerlichen, den Vernunft-gesetzen. Der entwickelte, durchgebildete, freie Mensch gehorchtdiesen am konsequentesten und treuesten, und diese innere Treueist da am nötigsten, wo die freiesten Verfassungen existieren.Darum gelten die großen Worte: Je freier die Lebensein-richtung ist, desto strenger müssen die Gesetzebeobachtet werden; je freier der Staat, destostrenger muß die Jugend zum Gehorsam gegen dieGesetze erzogen werden; wer befähigt werden will,sich und andern Gesetze zu geben, zur Vernunft undfreien Selbstbestimmung zu erziehen, muß in derBeobachtung der Gesetze, des freien Staats wie derVernunft, selbst ein Muster sein.
Aus diesen kurzen Sätzen möge der Leser erkennen, wie weitich davon entfernt bin, in Willkür und Ungebundenheit, Un-ordnung und Frechheit die Jugend dieser Zeit zur Freiheit,Selbstbestimmung und Selbstregierung zu erziehen; ob ich gewilltsein könne, das Prinzip der Autorität in der Schule aufzuheben;ob ich es für ratsam erachten werde, die Fragen des Lebens mitden Unmündigen zu diskutieren. Die auf solche Abwege kommen,