Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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XIV.

Äichere UulorM oder innere SelVfiöestimmung?

Es kann einer meinen, es sei wohlgethan und konsequent,um der Erziehung und Bildung zur freien Selbstbestimmungwillen das Prinzip der Autorität gänzlich zu verlassen, sich demSchüler gleich zu stellen und über alles sein Urteil herauszu-fordern. Es kann einer meinen, daß es heiße fürs Leben bilden,wenn man die Fragen, welche die Jetztlebeuden in Parteienspalten, in der Schule ventilierte und die Jugend dadurch fürdie Bewegung und Entwickelung gewänne. Es kann einer meinen,durch Verpflanzung konstitutioneller und demokratischer Ein-richtungen in die Schule für das Prinzip der Demokratie oderGleichberechtigung zu wirken und sich durch das alles als einenLehrer der Neuzeit darstellen zu wollen. *

In diesen und ähnlichen Versuchen und Versuchungen steckendie größten Jrrtümer und Verirrungen.

Autorität oder Selbstbestimmung? gewiß, in dieserFrage liegt der Streit der Welt beschlossen, der Weltstreit in derReligion und auf dem Gebiete der Politik und des öffentlichenLebens. Der eine Teil der Menschen will die Autorität, ihreFesthaltuug oder, wenn es sein muß, Zurückführung, der andereTeil will sich selbst bestimmen und sich regieren. Es kann keineFrage sein, welchem dieser beiden Teile die Zukunft gehörenwird, darum auch keine Frage, wofür und in welchem Sinnezu erziehen ist.

Aber man muß sich nur recht verstehen.