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3 (1891)
Entstehung
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Parlamente in Frankfurt und Berlin beschlossen, es war dieMeinung des aufgeklärteren Teils der Nation, und für diesenist kein Grund eingetreten, seitdem die Meinung zu ändern. Ge-adelt wird der Mensch durch seine Gesinnung, nicht durch einenBlutstropfen, und unter manchen: härenen Gewände klopft dasHerz eines wahren Edelmannes.

Fast ebenso nichtig wie jener Gegensatz ist der zwischenStudierten und Nichtstudierten. Jene haben Gelegenheit gehabt,sich eine umfassendere Bildung anzueignen als diese. Aber besitztsie darum jeder von jenen, keiner von diesen? Wie steht es darummit der Meinung, mit der jeder Litterat auf jeden Jllitteratenhinabsieht? Eitel Hochmut und Anmaßung und das geradeGegenteil der wahren Bildung. Reich sein an Wissen ist schönund gut; aber es giebt höhere Dinge als umfassendes Wissen,und aufblähendes Wissen ist der schädlichsten Dinge eines. Wersoviel weiß und kann, als zum menschenwürdigen Leben er-forderlich ist, der weiß genug, und wer es lebt, steht den: Erstenund Höchstei: gleich. An der sich blähenden Gelahrtheit gehtman lachend vorüber.

Überwunden ist nach alledem

8. der Gegensatz zwischen geistlichem und welt-lichen: Lehrer, zwischen den: Lehrer der heiligen undder profanen Geschichte, zwischen den: Lehrer desEwigen und Unendlichen und dem Lehrer des Ver-gänglichen und Irdischen.

Jeder rechte Lehrer lehrt das Wahre und Gute, er steht all-überall in: Dienste des Wahren und Guten, er trägt sein Teilbei zur Ausrüstung des Einzelnei: und des Ganzen zu einembessern, veredelten Dasein. Alles, auch das scheinbar Kleinste,was das menschliche Dasein erhöht, ist aller Anerkennung, allesPreises würdig. Keiner ist berechtigt, wegei: seines Berufes einenVorzug vor den: andern in Anspruch zu nehmen. Der Wertdes Menschen liegt in seiner Gesinnung, sie bestimmt seineWürde. Wer Wahres und Gutes lebt und lehrt, lebt undlehrt Gottes Würdiges, lebt und lehrt göttliche Dinge, welcheeii: Leben ii: Gott und nach seinem Willen ermöglichen und er-