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hat auch jeder, der jemals schaffend, sei es äußerlich oder inner-lich, gewirkt und gelebt hat. Gegen solches unmittelbare Gefühlvermögen falsche Lehren und Theorieen nichts.
Überwunden ist
5. der alte Gegensatz von Theorie und Praxis.
Jede sich auf Dinge des Lebens beziehende Theorie, die sich
nicht anwenden läßt, ist keine wahre, sondern falsche Theorie,und was in wahrer Theorie, d. h. in Gedanken, richtig ist, kan»in der Praxis nicht falsch sein. Nur die gemeine Praxis ver-wirft, was sich über sie erheben, was sie läutern will. WahresDenken und wahres Leben sind nicht zwei-, sondern einerlei.
Überwunden ist
6. der Gegensatz von Geistlichen (Priestern) undLaie n.
Dieses ist schon eine mehr als dreihundert oder vielmehrachtzehnhuudert Jahre alte Lehre, doch bis heute mehr dem Worte,der schlechten Theorie, als der Wirklichkeit nach gültige Lehre;aber sie existiert im Bewußtsein aufgeklärter Menschen. KeinMensch kann ein Mittler sein zwischen Gott und den Menschen,keiner für den andern einstehen und das leisten, was jeder selbstzu leisten hat. Keiner hat das Recht, zum andern zu sagen:dies mußt du glauben, jenes verwerfen, ich bin ein untrüglicherAusleger und Denker. Jeder hat Prüfungsrecht und, dazu be-fähigt, Prüfungspflicht. Keiner wird gerichtet nach eines andern,sondern nach der eignen Überzeugung. Mag sich, wer dazu Lusthat, in geistigen und geistlichen Angelegenheiten eines Ratgebersoder Beichtvaters bedienen; der Beichtvater wird nicht für ihneiustehen, was er selbst verschuldet. Sünden vergeben kann keinSterblicher; die Sünde wird nicht durch andere, wird nur ge-tilgt durch Änderung der Gesinnung und des Lebens. Selbstist, auch in diesem Stücke, der Manu.
Überwunden ist
7. der Gegensatz zwischen Adligen und Bürgerlichen,wie zwischen Litteraten und Nich t-Litteraten.
Was in jener Beziehung im Jahre 1848, als die geheimenGedanken und Ansichten der Menschen an das Licht kamen, die