Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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Große, Erhabene, Herrliche ist dem Gutgesinnten heilig, undgroß ist alles, was das Wohl des Menschengeschlechtes fördert.Die Stätte, die ein guter Mensch betrat, ist eingeweiht." Heiligund profan sind nicht Orte, Geschichten u. dgl. m., sondern nurGesinnungen, und jeder kann sie bewähren.

Überwunden ist

Z. der Gegensatz von Staat und Kirche, nämlichder Kirche, die, wie sie soll, dem Leben dient. Wie es nur einLeben giebt, so soll auch alles diesem einen Leben dienen, allesin Harmonie und organischer Verbindung stehen. Wo nochzwischen Staat Lind Kirche oder leider! Kirchen ein Gegensatzstattfindet, da bestehen sehr unvollkommene Zustände, welchedurch die Bildung allmählich aufgehoben werden. Schon jetztexistiert er nicht mehr in dem Gedankenspstem der Fortge-schrittenen. Man ist nicht heute ein Staatsbürger und morgenein Mitglied der Kirche, sondern inan ist alles beides stets zu-gleich, oder gar nicht.

Überwunden ist darum auch

4. der Gegensatz zwischen Sonntag und Werktag*.

Der wahre Mensch denkt und handelt nicht irdisch undsinnlich und gemein sechs Tage in der Woche und dann einenTag himmlisch und göttlich, sondern er denkt und handelt inder einen und gleichen menschlich-würdigen Weise und Absicht.Der rechte Arbeitstag ist der rechte Gottestag, einrech tes Stück Arbeit der beste Gottes- und Menscheu-dienst**, und die auf dasselbe verwandte» Stunden kann manalsStunden in höherem Dienste" betrachten. Solches Gefühl

* Daß daraus nicht folge, man solle den Sonntag abschaffen, bedarfkeines Wortes. Im Gegenteil, der Sonntag ist eine treffliche, göttlicheEinrichtung.

** Der Umstand, daß die Berliner Schuldeputation Fortbildungs-anstalten am Sonntage für Lehrlinge, Gesellen re. inweltlichenDingen" errichtet hat, erregt fortwährend den Zorn und den Fluch (gott-selige Flüche") der Frommen.Der Fluch solchen Kirchenraubes wird aufdie Häupter derer fallen, die ihn verübt" rc., hieß es in denFliegendenBlättern".