dürfnis in ihr, das Bedürfnis und Streben nach freier Be-wegung, Entwickelung und Entfaltung, erkannt hat, erkennt darinden Pharus, dein er zusteuert, unbekümmert nur die Folgen, indem felsenfesten Vertrauen, daß es kein äußeres und kein inneresGlück, weder für die gesamte Menschheit, noch für eine einzelneNation, noch für ein Individuum, geben kann ohne freie Ent-wickelung der Menschennatur. Er fetzt daher seineThätigkeit, diesem Prinzip gemäß, fort. Komme, denkt er, wasda wolle, was auf der Bahn der ungehemmten Entwickelungliegt — er will die Dinge nicht machen, er will sie werdenund wachsen lassen. —
Traditionell, überliefernd, anlehrend, vorsagend war die alteMethode; die neue fußt auf der eigenen Wahrnehmung desKindes. Der Unterschied ist durchgreifend, durchgreifend durchalles, nicht bloß in der Schule, sondern auch im Leben undin der Wissenschaft. Der ersten zufolge muß das Kind erstlernen, was andere wissen und gewußt haben, bevor es zumSelbstdenken gelangen kann und soll; die Errungenschaft derVergangenheit muß an es gebracht werde«:, wenn auch erst demWortlaute uach, den das Leben beleben möge, wofür man Gottsorgen lassen könne und dürfe. Der andern zufolge soll dasKind von Anfang an selbst sehen, mit den eigenen Sinnen wahr-nehmen; das Thatsächliche, namentlich in der Natur, in seinerUmgebung, soll ihn« vorgeführt werden. Dort herrscht das Wort,hier die Thatsache. Beider Methoden Verschiedenheit fließt ansder Verschiedenheit der Weltausfassung und der Stellung desMenschen; sie verhalten sich zu einander, um alles in eurem zusagen, wie Autorität und Vernunft, Abhängigkeitund Selbständigkeit, Glauben und Wissen. An Ver-söhnung oder Vermittelung beider ist nicht zu denken; die Weiteeines Lichtjahres liegt dazwischen; sie sind die alte Welt, dienicht mehr recht lebeirdig, und die neue Welt, die im Herein-brechen begriffen ist. —
Wir sind noch nicht an« Ziele, auch nicht in betreff derMethode. Ihre Verbesserung ist eine Aufgabe für jede Zeit.Aber sie ist ans den« rechten Wege, das rechte Prinzip ist gefunden.