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und daß wir so viele Krummbucklige und Feige in dem Schul-stande besitzen, das rührt wahrlich vielfach von ihrem durchArmut gedrückten Jugendleben her.
2) „Die Realschule lehre teils zu viel, teils zu wenig."
Zu viel!? Zu viel des Stoffes, das gebe ich zu und ichbeklage es, nicht weil die Schüler deshalb zu viel, sondern weilsie deshalb zu wenig lernen. Aber das ist ein der Jugendder Realschulen zuzuschreibendes Übel, das sie schon überwindenwerden. Sie sind bereits daran.
Aber etwa in anderem Sinne zu viel?
Englisch und Französisch! Wäre es nicht schön, wenn derSchullehrer diese Sprachen spräche und verstände? Hört er dadurchauf, ein Lehrer zu sein?
Würde es nicht dazu beitragen, daß er den anderen gebildetenStänden gleich gestellt und es ihn: ermöglicht würde, seine kärg-lichen Einnahmen zu erhöhen, und, wenn er sich in öffentlichemDienste gedrückt fühlte, als Privatmann fortzuleben oder auchüber den Ozean zu wandern! Soll auch der Lehrer der zweitenHälfte des 19. Jahrhunderts aus dein beschränkten Gesichtspunktefrüherer Jahrhunderte betrachtet werden? —
Zu wenig! Was denn zu wenig?
„Zu wenig Musik!" Ich habe irgendwo gesagt, die Musiksei ihrer Natur nach eine Privatsache. Wer Talent dazu hat,hat auch Zeit dazu.
„Zu wenig Religion!"
Nun, doch die Religion, die inan für einen gebildetenMenschen und Christen für hinreichend erachtet!
Oder soll der Lehrer auch in dieser Beziehung ein absonder-licher Kauz sein? Und wenn er, auch schon der Knabe? Undkann das Seminar die in dieser Beziehung etwa gebliebenenLücken nicht in der schönsten Weise ausfüllen? Womit will mandenn sonst die drei langen Jahre ausfüllen oder totschlagen?
Wahrhaftig ich wollte, kein Seminar hätte mehr Zeit dazu,alle Könige Judas und Israels und 80—100 Kirchenlieder aus-wendig lernen zu lassen! U. s. w.
„Zu wenig Sittlichkeit!"