Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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Manier soll ihr bleiben; aber die Methode ist nichts wenigerals etwas bloß Individuelles, noch viel weniger etwas Subjek-tives. Wäre es so, so müßte man jedem einzelnen Lehrgegen-stande den objektiven Charakter der Natur, jedem einzelnen Zög-ling das Wesentliche der Menschennatur absprechen. Folglichmuß man solchen subjektiven Naturen entgegentreten und ihrenEinfluß in dem Lehrerkollegium verdrängen. Außerdem wird manmit ihnen wenig zu schaffen haben. Denn in Lehrervereinen* *pflegen sie selten zu erscheinen, pädagogische Zeitschriften lesen sienicht, um die Fortschritte der Methodik bekümmern sie sich nicht;sie sind fertig und sich selbst genug. Sie stehen in dem gesamtenLehrerstande isoliert da, was geht sie dessen Interesse an, warumsollten sie sich darum bemühen, ihre Kollegen in ihrer Thätigkeitkennen zu lernen oder deren Ansichten über Methodik, diesesdumme Zeug", zu vernehmen? Herrscht der Geist solcher Leutein einem Lehrerkollegium, so beschränkt sich die Thätigkeit derKonferenzen auf äußere Anordnungen, und nichts ist dann (stattdaß von ihnen die Belebung aller für keinen Beruf notwendigerals für den Lehrerberuf, der sich seiner Natur nach in engenGrenzen bewegt und darum die Gefahr der Erstarrung für jedenherbeiführt ausgehen könnte und sollte) langweiliger undlähmender als sie. Der Kundige wird diese schmerzliche Wahr-heit aus Erfahrung kennen und hassen.

Gerade sie auch, diese Subjektiven, sind, wie oben schon be-merkt, am wenigsten geneigt, auf die Individualität ihrer Schüler

(das Innere) aufzudrängen. Kein Druck oder Zwang überbietet daher denreligiösen an Härte und Grausamkeit.

* Pur subjektive Menschen verursachen auch in Lehrervereinen einewahre Pein. Statt objektiver Gründe vernimmt man aus ihrem Mundesubjektive Meinungen, sie pochen auf Erfahrungen, die keinen allgemeinenGrund haben, und was das Schlimmste ist sie nehmen die Wider-legung ihrer Ansichten für persönliche Antastung. Diese subjektiven klein-lichen Menschen sind daran schuld, daß in manchen Gegenden unter denLehrern nichts entsteht. Dieselben würden aus ihrer Subjektivität her-auskommen, wenn sie allgemeine Ansichten und Zwecke auffassen lernten.

In engem Kreis verengert sich der Sinn,

Es wächst der Mensch mit seinen Hähern Zwecken."

Diesterweg, Ausgew. Schriften. 2. Aufl. III. 8