Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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welchem die Schüler die Schule verlassen, ist der Lehrer vergessen,nie wird wieder an ihn gedacht, er ist für die Abgegangenenmausetot. Wieviel zur Erzeugung solcher traurigen, nicht genugzu beklagenden Verhältnisse, besonders in den höheren Schulen,die Art des Studiums, die Entfernung der Studierenden von denHerren Professoren, das Gelehrtentum, der Mangel an praktischerEinführung in das Schulamt und andere Umstände beigetragenhaben, ist dein Kenner bekannt. In zusammengesetzten Schulen,für welche Hilfslehrer gedungen werden, kommen diese traurigenErscheinungen auch häufig vor; in andern Verhältnissen sind siegottlob selten, häufig dagegen die schöne Erscheinung, wo derLehrer an jedem Kinde hängt und bei dem Abschiede desselbenvon der Schule, selbst wenn seine Stelle durch zwei oder drei er-setzt werden sollte, Schmerz empfindet. Ein Lehrer, dem esabgesehen von allen Vorteilen oder Nachteilen nicht leid thut,wenn einer seiner Schüler, für den er wie für alle treu besorgtwar, seine Anstalt verläßt, lim eine andre zu besuchen, ein solcherLehrer ist kein Erzieher, und vergebens wird er auf die Dank-barkeit oder Anhänglichkeit seiner ehemaligen Schüler rechnen.Wie schön und herrlich ist es dagegen, wie wirkt das in vielespätere Jahre, oft fürs ganze Leben und weit über die Lebens-jahre eines Lehrers, nach, wenn die Schüler in ganz andrer Artan ihn denken und von ihm reden, als von andern Personen!Alan kann sich drauf verlassen: das ist nur die Wirkung treuerGesinnung in des Lehrers Brust und von dem Umstande, ob ersie iildivid l> e l l iil dem Herzen trug! Er selbst kann es daranmerken, wenn die ehemaligen Schüler stets lebendig in ihrerEigentümlichkeit vor seinem inuern Auge stehen! Ein Stunden-geber hat von diesen Lehrerfreuden und -Schmerzen keine Ahnung:Er giebt seine Lektionen, empfängt seine Bezahlung, eilt davonund ist vergessen. Die lebenslängliche Anhänglichkeit an einenLehrer ist einer der edelsteil Züge in dem Charakter eines Menschen,und nichts empfindet derjenige Lehrer, welcher gewohnt ist, seineSchüler im Herzen zu tragen, bei oem Übergange aus einerkleinen Stadt in eine große, schmerzlicher, als das Zurücktretenpersönlicher Beziehungen zwischen ihm und seinen Schülern und