Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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der Kleidung und der Art zu grüßen. Alles schwarz, alles einer-lei und monoton. Hat man einen einer bestimmten Kategoriegesprochen, so hat man alle gesprochen, hat man einen gehört,so kennt man alle. Selbst in die Schulen ist diese Monotonieeingedrnngen. Oder ist es unwahr, daß man in mancher Artvon Schulen dieselben Verfahrungsweisen im Unterricht, dieselbenAnsichten, Gesetze lind Regeln über die Disziplin, dieselbe Lang-weiligkeit und Abstraktheit antrifft? Begünstigt wird dieseverderbliche Uniformität durch allgemeine Vorschriften, welche aufdie lokalen und personalen Verschiedenheiteil keine Rücksicht nehmen,indem sie vergessen, daß die Menschen nicht um der Lehrpläneund um der Bequemlichkeit der Behörden willen da sind, sonderndarum, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen.

Die Bequemlichkeit der Behörden daher die büreaukratischeBehandlung, die Wirkling aus der Ferne von den grünen Tischenaus in die Lehrerkollegien und durch sie in die grüne Welt derJugend hiilein! Wehe der Schule, deren Dirigent nur nach denWünschen und Befehlen der Vorgesetzten und den Bestimmungendes voil oben vorgeschriebenen Lehrplanes horcht und den Be-dürfnissen und Zuständen der ihm anvertrauten Schüler und derEigentümlichkeit seiner Lehrer nicht Rechnung trägt! Da kannder Herr Revisor alles Äußerliche in der schönsten Ordnung finden:man hat die Pensa jedes halbe Jahr nach der Instruktion wechselnlassen, die Berichte sind regelmäßig eingelaufen, keine Abweichungeilsind vorgekommen, keine besonderen Fälle habeil sich ereignet:und doch steht vielleicht trotz alledem alles schlecht!Es mußalles in den Akten stehen";was nicht in den Akten steht, istnicht in der Welt" das sind für das Gedeihen des Schul-wesens wahrhaft funeste Grundsätze. Ein krummbuckliger, akten-schreibender Schuldirigent wird daher gewiß nur von einem Vor-gesetzteil, der die Verwaltung einer Schule mit der Leitung einerFabrik für identisch hält, gelobt werden. Das Leben in denBücherstuben und in den Büchern hat dem wirklichen Leben undder Erziehung für dasselbe unendlichen Schaden gebracht. Kommtnun hinzu, daß der Vorsteher um der Vorgesetzten willen vor-zugsweise thätig ist und seine Arbeitsstube wie ein Büreau be-