Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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und freudig fördert er die Bildung anderer Charaktere inUneigeunützigkeit und Hingebung. Das nämlich ist ein Charakter-zug des Charakterfesten, daß er das Objektive in den Dingen auf-zufassen, das Subjektive demselben unterzuorduen und aufzuopfernweiß. Das Objektive, von Natur oder Gott Gegebene in denMenfchenseelen ist, wie sie erkennen, das Individuelle, unddarum pflegen sie es trotz eigener Charakterstärke oder vielmehrwegen derselben. Der Subjektive will, daß andere so denken,handeln und sein sollen, wie er ist; er will in ihnen sich wieder-spiegeln, in ihnen sein Konterfei erblicken; der Objektive, indivi-duell Ausgeprägte, will die Wesenheit andrer herauskehren undsich ihrer freuen. Man verwechsele darum nicht die Originalitätmit der Subjektivität.Wie er sich räuspert und wie er spuckt,"das kann man einem absehen und nachahmen, man hat daran etwaspur subjektiv Äußerliches, wird dadurch zum Affen eines andern;hat man damit auch seinen Charakter? Den Charakter einesandern kann man gar nicht in sich hineintragen; der Charakterist immer etwas eigentümlich Gewordenes; man kann ihn an einemfremden Charakter stärken, und es geschieht unausbleiblich, werdenaber muß er aus dem eignen Innern heraus.

Natürlich, wenn auch für manchen merkwürdig, ist auch nochder Umstand, daß charakterfeste Menschen am ersten sich in festeOrdnung finden und das Gesetz respektieren. Wie sie fest imInnern sind, so lieben sie auch äußerlich das Feste, Gesetz undOrdnung. Darum erziehen sie, ohne Worte, für Achtung desGesetzes. Der subjektive Mensch achtet es nicht, er will keine Be-schränkung, er will sich, seine Willkür, sein Belieben. Es ge-hört nicht viel Nachdenken und Erfahrung dazu, um zu wissen,wie oberflächlich und schief in diesen Beziehungen die ordinäreWelt die Menschen beurteilt.Es ist ein lieber, gar lieber Mann,"heißt es von dem (in der Regel aus berechnendem Privatvorteil)Geschmeidigen und Biegsamen, der nur auf die Förderung seinerSubjektivität spekuliert und darum den subjektiven Laune» andrerschmeichelt. ..Der aber," fügt man hinzu,geht seinen Weg,es ist mit ihm nichts zu machen." Die Welt hält jenen fürden zum Erziehen und Bilden geeigneteren Mann, wir aber