Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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Synode, dort ein anderer für die des Tridentiner Konzils: eindritter brütet über der Gnademvahl, ein vierter grübelt überdem Geheimnis der zwei Naturen in Christo und wie dietraurigen Erscheinungen, die nur von der religiösen Gesinnungweiter abführen, alle heißen mögen. Bettina, selbst Katho-likin, fragt in ihrem Unmut über allsschließende religiöse, aufRechtgläubigkeit pochende Meinungen mit Recht:ist denn Gottkatholischer Christ?" Die wahre Religion ist Union mit derganzen Menschheit. Wir preisen die Union mit der ganzenMenschheit. Wir preisen die Union der evangelischen Kirchen;warum streben wir nicht nach der Union, wenigstens nachder praktischen Union mit den Katholiken und mit derganzeil Menschheit? Der wahrhaft religiöse Mensch betrachtet allemenschlichen Verhältnisse mit religiösem Sinn: nicht bloß das zuGott, sondern auch das amtliche, nicht bloß das zu Eltern, Ge-schwistern und Kindern, sondern auch das gesellschaftliche lindpolitische Leben. Wie Gott in allem ist, so ist auch Religion inallem, oder sie ist Separatismus, Engherzigkeit lind Fanatismus.Zwar ist der Lehrer leider noch oft genötigt, ein separates undseparierendes Christentum zu lehreil; aber keiner kann ihn hindern,für die allgemeine Menschenreligion zu wirke», und wenn er esnicht thut, so thut er seine Schuldigkeit nicht. Ist er nur religiösfür die Kinder seinerGlaubensgenossen"; lehrt er nur Religionin den Religionsstunden; ist ihm das Judenkind nicht auch einMenschenkind und für die Menschheit zu erziehen: so kann er wohleiil katholischer und lutherischer Christ heißen und einer Partei-religion oder Konfession angehören: ein Menschenlehrer, wie ersein soll, ist er nicht. Er lerne die Welt mit religiösem Augeanzuseheu, die ganze Menschheit mit religiöser Gesinnung zu um-fassen, um sich dadurch auf einen höheren Standpunkt hinauf zuschwingen! Er lerne von dem, von dem er den Rainen trägt,er lerne auch von Pestalozzi!

Das vierte Gebiet, wenn nicht bleibend allgemein-mensch-licher, doch sehr umfassender Interessen und Thätigkeit, wenigstensfür den Lehrer, ist das pädagogische. Es ist sein eigentlicherAcker, der in der Regel seine ganze Thätigkeit absorbiert. Wir