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bleibe; hier eröffnet sich also für den Menschenfreund noch einungeheures Feld der Thätigkeit. Der Lehrer wird sich, da er zurPflege menschlicher Interessen berufen ist, je nach Gelegenheitund Kräften daran beteiligen. Wo, frage ich, wäre dazu keineGelegenheit, keine Veranlassung? Zu Geldspenden werden ihmin der Regel die Mittel fehlen; aber er besitzt Sprech- oderwenigstens Federkraft, er ist zur Übernahme von Arbeiten geneigt,er fördert die gute Sache durch seine Teilnahme, durch seinenSinn für dieselbe. Am nächsten liegt ihm natürlich das inensch-liche Bedürfnis nach Bildung, das Bedürfnis der Kinder nachUnterricht und Erziehung; das Bedürfnis der Erwachsenen nachWeiterbildung und Geistesnahrung. Wie kann ein Lehrer sichdurch die Teilnahme an Kleinkinder-Bewahranstalten und Fort-bildungsanstalten, an Lesezirkeln, litterarischen Abendversammlungenund Volksbibliotheken und anderen Veranstaltungen um seineGemeinde verdient machen! So mancher Lehrer klagt darüber,daß seine treue Arbeit in der Schule nicht gehörig anerkanntwerde! Nun so beteilige er sich auch an den mit seinem eigent-lichen Berufe so nahe verwandten Bestrebungen — „noch vielVerdienst ist übrig, auf, Hab' es nur, die Welt wird's an-erkennen". —
Das dritte Gebiet allgemein-menschlicher Thätigkeit undInteressen ist das religiöse. Keinem wahren Menschen, folg-lich auch keinem Lehrer mangelt dieses Interesse; es ist das er-haben-menschliche. Fleiß, Geschicklichkeit und (instinktive) Kunstteilen wir mit den Tieren; Religion hat der Mensch allein.
Aber wir stoßen hier ans Irrungen und Monstrositätenverschiedener Art.
Statt daß die Religion die Menschen einigen sollte, trenntsie dieselben. Auch die Lehrer, ja fast vorzugsweise sie, be-teiligen sich an dieser Verirrung, vielfach inacht man es ihnensogar zur Pflicht.
Der schlägt beim Vorübergehen an einer katholischen Kircheein Kreuz, der an einer evangelischen. Dieser Lehrer sondert sichvon seinen katholischen, jener von seinen evangelischen Kollegenab. Hier schwärmt einer für die Satzungen der Dortrechter