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3 (1891)
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wohl aber eine innere, eine lebendige Teilnahme mit dem Ge-müt. Ohne diese ist es nicht möglich, daß der Lehrer dasMenschliche, das Gefühl für das Menschliche, die Geneigtheit,sich an allem Menschlichen zu beteiligen, in den zu bildendenMenschen entwickele und gestalte.

Also wir fordern vom Lehrer ein lebendiges,lebhaftes Interesse für jene Dinge, jedoch mit derBeschränkung, daß es seine pädagogische Wirksam-keit nicht beeinträchtige.

Zweierlei wird uns hier nicht entgehen: erstens der Gedanke,daß hier wie überall nur von der Regel die Rede ist, vonaußerordentlichen Fällen oder Menschen kann hier in einer allge-meinen Betrachtung nicht die Rede sein; zweitens die Wahrheit,daß eine feine Gewissenhaftigkeit dazu gehört, um stets richtig zubeurteilen, was man in allen einzelnen Fällen und Lagen zu thunund zu lassen hat. Dafür giebt es keine Vorschriften, die Aus-legung und Anwendung der allgemeinen Grundsätze, vorausgesetzt,daß diese vollkommen richtig sind, muß jeden: überlassen bleiben.Irren ist menschlich, und wer hätte nicht schon geirrt, ja wenhätte die Geschichte der Eltern oder auch die ganze Menschen-geschichte vor Irrungen bewahrt? Aber weil Irren menschlichist, so ist darum doch nicht derjenige vorzugsweise ein Mensch,der am meisten irrt und immer von neuem irrt.

Gehen wir nun auf jene drei allgemein-menschlichen Gebieteund Interessen etwas näher ein!

Die Politik im engeren und eigentlichen Sinne des Wortesumfaßt das Verhältnis der Nationen zu einander, der einzelnenKlassen von Bewohnern und Bürgern desselben Staates, dasVerhältnis der Staats- und Regierungsform und der großen Ge-walten und der Bürger zu diesen. Welches Mitglied eines Staats-verbandes könnte davon unberührt bleiben, wer könnte sich davonabschließeu? Was würden wir von einer Frau sagen, die esthäte? Würden wir ihr allgemeine Bildung, würden wir ihr dieBefähigung, den Mann zu verstehen und Söhne zu erziehen oderzu ihrer bürgerlichen Erziehung mitzuwirken, zuschreiben? Darausmache man einen Schluß auf das, was vom Manne und folg-