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Sonne, Mond und Sterne geschaffen hat und „sie an nichtshing", dadurch als groß und mächtig zu erweisen, daß er einerKreatur die Macht gegeben habe, die oben erzählten Dinge undandere ähnlicher Art zu verrichten. Kann man sich bei dieserZusammenstellung des Gefühls der Scham erwehren?
Wo man keine Gespenster glaubt, da erscheinen keine. Woman sie glaubt, da werden sie wahrgenommen. Der Glaubean sie ist die notwendige Bedingung ihrer Er-scheinung. Der Glaube an sie geht dieser vorher,er erzeugt sie.
Gerade so verhält es sich mit dem Wunder-, wie mit allemAberglauben. Wer nicht abergläubisch ist, sieht nichts in derNatur, was ihn abergläubisch machen könnte; in: Gegenteil, wasman recht sieht, verdrängt den Aberglauben, wenn er da mar.Der Aberglaube geht der Wahrnehmung abergläubischer Er-scheinungen vorher. Er ist ein Produkt der Unwissenheit undder Phantastik.
Was man glaubt, das sieht man, w ei l man es glaubt. Esist ein sinnliches Faktum, ehe man es sieht.
„Ein Karmeliter-Skapulier macht kugelfest". Besetzet mitdiesem Satze den Kopf eines Gläubigen, und er sieht handgreif-liche Wunder!
Bei einer Belagerung in Flandern flog eine glühende Kugelgerade ans einen Fahnenträger los; aber er hatte sich vorhermit einem Karmeliter-Skapulier versehen: die Kugel siel macht-los zu seinen Füßen nieder.
Ein anderer Soldat sollte erschossen werden. Die Kugelntrafen Kopf und Brust, aber sie glitten kraftlos ab. Er hatteein Karmeliter-Skapulier bei sich. — Wer glaubt, daß Insektenaus Aas entstehen, sieht sie ans demselben entstehen.
Der Wunderglaube widerspricht dem Vernunftglauben, dasWunder der Vernunft. Je mehr er dieses thut, je toller dasWunder ist, desto besser, desto verehrungswürdiger ist es, destomehr stärkt es den Glauben, den „wahren Glauben". Einwunderthätiger Knochen steht höher, als ein wunderthätigerMensch, ein Hemd höher als ein Knochen, ein Esel höher als
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