Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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alten logischen Spruche: pn^t Iioo, si-A-o propter lloo (nachdiesem, deshalb wegen diesem). Der Logiker kann bekanntlichdiesen Schluß nicht zngeben. Hebel bewies einst in dieserWeise, daß die Frösche das Laub aus deu Bäumen herausquaken.Wir denken jenen Zusammenhang hinzu. Aber wie kommen wirdaraus, eine Erscheinung, welche, allen anderen Erfahrungen zu-folge und den Denkgesetzen gemäß, durch das, was ihr vorher-gegangen ist, nicht hervorgernfen wird, doch von diesen:, als dieUrsache, abznleiten? Das kommt nur daher, daß der Wunder-glaube vorher, vor allen Thatsachen, schon in den Köpfen war.Der Wunderglaube entsteht nicht durch Thatsachen,er geht d e n T h a t s a ch eu vorhe r. Wenn jemand ein Wortspricht und der Sturm sich legt, so nehme ich durch die Sinnenur wahr, daß der Sturm nach dem Worte aufhörte; aber daßdas Wort die Ursache dieses Aufhöreus war, das sagen mirweder die Sinne, noch die Vernunft. Die Vernunft sagt mirdas Gegenteil, sie sagt nur, daß ein Wort wohl auf ein denken-des, nicht aber ans ein nichtdenkendes, sinnloses Wesen einenEindruck machen könne. Bei Erscheinungen, wie die obigenihre Wirklichkeit zugegeben kann der denkende Mensch nursagen: ich begreife nicht, wie die Sache vor sich ging; meinebisherigen Erfahrungen und Kenntnisse reichen nicht hin, sie zuerklären; nur der vorher schon an Wunder Glaubende kann sagen:es ist ein Wunder. Der Wunderglaube geht den Thatsachen,die er für Wunder erklärt, voraus. Er hat folglich keinen realenBode». Er ist, wie aller Aberglaube, ein Produkt der Unwissen-heit und der Einbildungskraft. Die Geschichte kann davon über-zeugen. Mit der Naturkenntnis schwindet der Aberglaube; erkommt da vor, wo die größte Ignoranz herrscht, er istderUnwissenheit liebstes Kind", ein Beweis derselben; es giebt keinBeispiel, daß ein wirklicher Naturforscher, ein Astronom, aufseinem Gebiete Wunder angenommen oder zu seiner eigenenSchmach gelehrt habe. Auch die Ignoranten unter denLehrern, und nur sie, lehren ohne alle Schwierigkeit, ohne innereMahnungen, den Wunderglauben und thnn sich darauf etwaszu gute. Sie meine», Gott dadurch zu verherrlichen, ihn, der