Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
Seite
65
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Gesetzlichkeit, an alle sichtbaren und unsichtbaren Wirklichkeitenberuht auf Thatsachen. Wir sehen die Werke Gottes, wir ver-nehmen die Wirkungen, wir erschließen aus ihnen dasDasein unsichtbarer Kräfte und Gegenstände. An dem Uranus»ahmen die Astronomen Erscheinungen wahr, welche auf dasDasein eines jenseits desselben vorhandenen Weltkörpers hin-deuteten. Kein Auge hatte ihn gesehen, keines Sehers Rohr ihnentdeckt; aber trotzdem wußten die Astronomen: er muß vorhandensein, und ein le Verrier sagte aus wissenschaftlichen Gründenzu den Praktikern: suchet da und da, und ihr werdet ihn finden,und sie fanden ihn, den Neptun.

So erschließt der Mensch aus Thatsachen die sie be-dingenden Kräfte und Dinge.

Liegen dem Wunderglauben solche Thatsachen, solche un-widerleglichen, unableugbaren zu Grunde Thatsachen, welchedie absolute Notwendigkeit der Annahme eines Eingreifens so-genannter übernatürlichen Kräfte in die Wirklichkeit gegen derengesetzliche Wesenheit und Wirksamkeit darthun?

Man überlege!

Wir wollen einmal das Äußerste zugeben, d. h. an dieWahrheit gewisser Erzählungen glauben.

Ein Mann schlägt an einen Felsen, und es entspringt ansdemselben eine Quelle. Ein andermal schlägt er ins Wasser,und das Wasser teilt sich und steht da wie Mauern. Wir seheneinen Mann auf einem Mantel durch die Luft fahren. Rabenspeisen einen anderen. Männer werden in einen heißen Ofengeworfen, und sie kommen unversehrt wieder heraus rc.

Das sind diese starken Dinge zugegeben die Thatsachen.

Wir nehmen sie wahr, nehmen wahr, daß aus das Schlagenmit dem Stabe Wasser aus dem Felsen springt und das Meer-wasser sich teilt rc.

Sehen wir, daß das Schlagen mit dem Stabe die Ur-sache von den auf dieses Schlagen folgenden Erscheinungen ist?Mit Nichten; Ursachen sind unsichtbar.

Aber wie kommen wir zu dieser Verknüpfung?

Dadurch, daß sie aufeinander folgen. Es geht nach dem

Diesterweg, Ausgerv. Schriften. 2. Aust. III. 5