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Denn der Wahn, er sei, welcher er wolle, schadet immer.Und wenn es auch weniger schadet, anzunehmen, daß zwar jetztkeine Wunder inehr geschehen oder sogar keine mehr möglich sind,so hält doch dieser falsche Glaube eine Stelle im Gehirn besetzt,welche die Aufnahme der dahin gehörigeil Wahrheit verhindert.Es geht dem Geiste wie dem Leibe. Beide sind mir gesund, wennsie ganz gesund sind; ein krankes Glied macht das Ganze krank.
Darum noch einmal!
Ich glaube oben in kürzestem Ausdruck de» Beweis geführtzu haben, daß der Glaube an Wunder einer glaubenslosen, irreli-giösen Gesinnung entspringt. Der Spieß ist also umgedreht.Bis dahin machten die Wundergläubigen ihren Gegnern denBorwurf, sie seien ohne Glauben, ohne den rechten Glauben, essei ein Kennzeichen, ein oberstes Kennzeichen der wahren Gläubig-keit, an Wunder zu glauben, und wir begnügten lins damit, dieseMeinung oder Behauptung zu verneinen. Jetzt gehen wirweiter, indem uns eine tiefere Einsicht in die unveränderlicheWesenheit Gottes und seiner Werke die Überzeugung aufnötigt,ein Eingreifen in die Gesetzmäßigkeit der Natur von seiner Seiteoder unter seiner Mitwirkung sei das Gegenteil von dem Glaubenan seine Weisheit und die seines Thuns, sei Irreligiosität.
Jene bloße Verneinung ließen sich unsere Gegner nachgeradegefallen, denn sie wurde von zu vielen Seiteir wiederholt undsie ist zu alt, um darüber zu erstaunen; aber ob der, nun vonunserer Seite ausgehenden direkten Beschuldigung werden sie imGeiste ergrimmen. Denn nun ist die Reihe der Abwehr anihnen. „Das Blatt hat sich gewandt."
Nach obigem Beweise haben mir hier nur noch Erläuterungenund bestätigende Betrachtungen hinzuzufügen. Beginneil wir mitder wichtigsteil!
Sie besteht in der Frage nach dem Ur sprunge des Wunder-glaubens. Rührt er von Thatsachen, thatsächlichen Wahr-nehmungen her? Denn nur dann hätte er einen realen Grund.
Ich wünsche, daß die Leser, ehe sie weiter lesen, die Sachefür sich erwägen, i!) —
Der Glaube an das Dasein Gottes, an die Natur und ihre