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heilen, die ebensosehr aller Erfahrung wie der Vernunft wider-sprechen, so ohne weiteres hingenonnnen werden. In solchenDingen ist nicht die Leicht-, sondern die Schwerglänbigkeit, d. h.die schärfste Untersuchung und Prüfung, Pflicht. Das Leichtestebleibt es freilich, alles zu glauben, was „heilige Männer" er-zählen. Das Merkwürdigste ist dabei dieses, daß man darob ge-lobt wird. —
23. Es ist fürwahr kein erfreuliches Los, den Stein desSpsiphus zu wälzen, der, in der Nähe des ersehnten Gipfelsangekonunen, „hurtig »nt Donnergepolter" wieder hinabrollt indie Tiefe.
Und doch kann man es nicht lassen, darf es nicht lassen.
Der Aberglaube ist dieser Sysiphnsstei».
Die Protestanten glauben zwar des Aberglaubens quitt zusein, und sie sehen mit einer Art Verachtung auf die Katholikenhinab, „die allein nach unter den Christen schmachten in denBanden des Aberglaubens".
Aber sie sollten sich an ihrer eigenen Nase zupfen. Dennmich sie schmachten noch in den Banden des Wunderglaubens,dieser schlimmsten, weil am schwersten ansrottbaren Art desAberglaubens.
Gegen ihn muß daher der Feind jedes Aberglaubens solangeangehen, bis auch er vertilgt ist, wenn man auch weiß, daß, wieLuther sagt, die Welt einem „besoffenen Bauer" gleicht, der,von der einen Seite auf den Sattel gehoben, sofort ans derandern Seite wieder herunterfällt.
Aber trotzdem!
Endlich muß doch die Einsicht, die Klarheit, die Wahrheitsiegen.
Es ist schmachvoll — die Fortdauer des Aberglaubens nachdem Jahrhundert der Aufklärung, doppelt und dreifach schmach-voll für einen Lehrer des Volkes, und mau kau» sich einer Artvon Beschämung nicht erwehren, wenn man, Lehrern gegenüber,von dem Gefühl der Notwendigkeit überfallen wird, zu ihnenüber den Aberglauben sprechen zu müssen.
Aber trotzdem oder wegen dem!