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ändert. Die jetzige Naturforschung ist natürlich-religiös, steht,wie auch wohl natürlich ist, auf dem Standpunkte der natürlichenReligion, stimmt aber in dieser Beziehung mit dem christlichenvollkommen überein, indem auf beiden die Wahrheit gefunden wird,das; Gott sich in Mensch und Natur, d. h. in allem, offenbart.
18. In Tiroler Dörfern herrscht die Sitte, sich nach jedemGeschäft mit geweihtem Wasser zu bekreuzen. Alle Abende betenKnechte und Mägde in der Gesindestube gemeinschaftlich denRosenkranz, und das Mädchen, welches die Kinder zu Bettebringt, hört ihnen die Litanei ab. In verschiedenen Stundender Nacht läuten die Mettenglocken für diejenigen, welche auf-wachen, nur sie daran zu erinnern, das Naria zu beten.
Sind diese und ähnliche Sitten Folgen des Glaubens anGott, seine allgemeine Liebe und Weisheit und seine väterlicheWeltregierung, oder der Furcht und Angst vor der Natur undden möglichen Wirkungen des Teufels, vor welchen man sichdurch jene Gebräuche zu schützen sucht? Hat ein durch Formelnbesprochenes Wasser andere und höhere Wirkungen, als das klareWasser aus den Quellen der Natur und Gottes? Sind es JüngerJesu, die so handeln wie jene, nachdem er seinen Freunden undGesinnungsgenossen das „heidnische Plappern" verwiesen hat?
Dem Leser werden noch andere Fragen einsallen, z. B. überdie Absichten derer, welche jene Gebräuche für heilig erklären —und er wird sich dieselben beantworten. —
19. Die katholische Kirche, die unfehlbare, hat es sich Vor-behalten, zu verkündigen, ob ein Ereignis ein wirkliches Wunderist oder nicht. Und zwar bis zu diesem Tage.
Der sechsundzwanzigjährigen Bauerntochter aus Oberöster-reich, Juliaue Weißkirch, schwitzte in den Jahren 1849 undl 850 aus der rechten Seite Blut, wie erzählt wird, am Freitageam stärksten, am Karfreitage am allerstärksten. Der „Katholiken-verein" in Wien wirft in einer besonderen, in vielen tausendExemplaren verbreiteten Schrift nach vorangeschickter Erzählungjener „unbezweifelbaren" Thatsache folgende Fragen auf:
„Ist das ein Wunder? Ist Juliana eine Heilige?
Nur die unfehlbare (!) Kirche hat das Recht, zu